Kaiserslautern (dpa) - Die Fans des 1. FC Kaiserslautern winkten den Kiez-Kickern vom FC St. Pauli zum gefühlten Bundesliga-Abschied mit weißen Taschentüchern zu, danach zelebrierten sie für ihr eigenes Team eine rauschende Nicht-Abstiegsparty.

Nach dem 2:0 (1:0) im Duell der Aufsteiger feierten die «Roten Teufel» ausgelassen das Erreichen der 40-Punkte-Marke, die zum Klassenverbleib reichen sollte. Bei den Hamburgern begannen dagegen direkt nach dem Abpfiff die Planungen für die Mission Wieder-Aufstieg, auch wenn der Gang in die 2. Fußball-Bundesliga noch nicht endgültig besiegelt war.

«Traurig, traurig, traurig. Wenn man aus zehn Spielen nur einen Punkt holt, ist es für einen Verein wie St. Pauli natürlich schwer, die Klasse zu halten. Das reicht natürlich nicht», klagte Sportchef Helmut Schulte nach dem zehnten sieglosen Spiel in Serie. Auch Trainer Holger Stanislawski sah der Realität ins Auge: «Es fühlt sich sehr, sehr bitter an.»

Stanislawski, der durch seinen bevorstehenden Wechsel zu 1899 Hoffenheim erstklassig bleibt, schüttelte ob der naiven Spielweise seiner Mannschaft fassungslos den Kopf. «Wir stehen zurecht dort, wo wir stehen. Wir machen keine Tore und verteidigen desolat. Das darf in der Bundesliga nicht passieren», schimpfte er über die Gegentreffer von Christian Tiffert (29.) und Mathias Abel (69.).

Nach dem ersten Schmerz über den so gut wie feststehenden Abstieg gaben sich die Hamburger Protagonisten aber gleich wieder kämpferisch. «Beim FC St. Pauli muss man die Ärmel immer aufgekrempelt haben. Wenn man als Verein ständig zwischen erster und zweiter Liga unterwegs ist, muss man immer wieder aufstehen. Das muss man als Herausforderung begreifen, nicht als Katastrophe», sagte Schulte.

Präsident Stefan Orth versprach den niedergeschlagenen Fans, alles für eine schnelle Rückkehr ins Oberhaus zu tun. «Wir haben solide gewirtschaftet und werden eine ordentliche Mannschaft zusammenstellen. Wir haben natürlich den Anspruch, in der 2. Liga im oberen Tabellendrittel mitzuspielen», sagte Orth.

Allerdings wollen die Hamburger dies nicht um jeden Preis tun. «Unsere Kalkulation ist so ausgelegt, dass man sich auch in der 2. Liga keine Sorgen machen muss um die finanzielle Situation. Es sei denn, wir gehen Risiken ein, die nicht vertretbar sind. Aber das haben wir nicht vor», stellte Schulte klar.