Sinsheim (dpa) - Nach dem 2:1 (0:1)-Derbysieg bei 1899 Hoffenheim herrschte beim VfB Stuttgart ausgelassene Jubelstimmung, doch Glückwünsche zum Klassenverbleib wollten weder der Trainer noch die Spieler annehmen.

«Das war noch nicht die Rettung. Nicht in dieser Saison», sagte Bruno Labbadia. Trotz des zwei Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Bundesliga auf fünf Punkte ausgebauten Vorsprungs auf den Relegationsplatz traut der VfB-Coach dem Braten noch nicht.

Der Prestigeerfolg beim badischen Rivalen wurde jedoch als «big point» im Abstiegskampf gefeiert. «Wir haben einen verdammt langen Weg hinter uns. Nach vielen kleinen Schritten zuvor war das heute ein sehr großer Schritt», erklärte Sportdirektor Fredi Bobic.

Vor 30 150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena schossen Cacau (63. Minute) und Zdravko Kuzmanovic (67./Foulelfmeter) die Gäste am Samstag aus der Gefahrenzone und verdarben dem Rivalen in dessen 100. Bundesligaspiel zugleich das Jubiläum. Peniel Mlapa (14.) hatte Hoffenheim in Führung gebracht. «Die Enttäuschung ist sehr groß. Leider haben wir es wieder nicht geschafft, den ersten Derby-Sieg zu landen», sagte TSG-Trainer Marco Pezzaiuoli.

Die Stuttgarter können mit nunmehr 39 Punkten nicht mehr direkt absteigen. Die zahlreichen VfB-Fans skandierten daher schon Minuten vor dem Abpfiff «nie mehr zweite Liga». «Leider kann man uns noch nicht gratulieren, aber es sieht jetzt schon viel besser aus», sagte Siegschütze Kuzmanovic.

Von Beginn an entwickelte sich ein umkämpftes Derby, in dem beide Mannschaften keinen Zentimeter Boden Preis gaben. Die Hausherren erwischten den besseren Start und gingen nach einer unglücklichen Aktion von VfB-Torhüter Sven Ulreich verdient in Führung. Einen Rückpass des von Mlapa bedrängten Serdar Tasci wollte Ulreich mit dem Kopf stoppen, doch das Leder sprang ihm zu weit weg und dem Hoffenheimer Stürmer direkt vor die Füße.

Der VfB zeigte sich davon nur kurz geschockt. Fast im Gegenzug verpasste Rechtsverteidiger Khalid Boulahrouz bei einem Pfostenschuss hauchdünn den Ausgleich. Hoffenheim wirkte insgesamt aber spielerisch reifer und stand in der Defensive zunächst gut organisiert.