Leipzig (dpa) - Vom Champion zum Zuschauer: Titelverteidiger THW Kiel hat das Endrunden-Turnier der «Königsklasse» deutlich verpasst, nun hoffen die deutschen Handball-Fans auf den HSV Hamburg oder die Rhein-Neckar Löwen als Nachfolger.

Im Viertelfinale der Handball-Champions-League zog der deutsche Rekordmeister in der Neuauflage des Vorjahresfinales gegen den FC Barcelona den Kürzeren. Nach dem 25:27 im Hinspiel verloren die Kieler in eigener Halle mit 33:36 (15:19) auch das Rückspiel.

Während die Spanier auf dem Parkett der Sparkassen-Arena ausgelassen tanzten, schlichen die Kieler mit hängenden Köpfen aus der Halle. «Die Saison in der Champions League ist für uns abgelaufen. Es ist sehr bitter für uns, im Viertelfinale auszuscheiden. Wir wären gern in Köln dabei gewesen», sagte Kiels Welthandballer Filip Jicha, «Barcelona war einfach stärker als wir in beiden Spielen. Vielleicht fehlte uns ein bisschen die Schlauheit.»

Anders hingegen hatten sich Hamburg und die Rhein-Neckar Löwen präsentiert: Der abgezockte Bundesliga-Spitzenreiter und die bissigen Löwen spielen erstmals beim «Final4» der Champions League am 28. und 29. Mai in Köln. War das Weiterkommen von Hamburg gegen Medwedi Tschechow aus Russland mit einem 37:37 (14:19) nach dem 38:24-Heimerfolg nur noch Formsache, überraschten die Mannheimer mit einem in dieser Höhe kaum erwarteten 35:26 (15:17)-Sieg bei Montpellier HB in Frankreich. Daheim hatten die Mannheimer noch 27:29 verloren.

Vor dem THW Kiel hatte bereits die SG Flensburg-Handewitt als vierter Bundesligist im Wettbewerb das Turnier der besten Vier klar verfehlt. Nach der 24:38-Hinspielpleite revanchierten sich die Norddeutschen bei Ciudad Real mit einem 22:21 (13:9)-Erfolg. Somit hat sich das Team von Trainer Ljubomir Vranjes erhobenen Hauptes aus der Champions League verabschiedet. Die Halbfinal-Paarungen werden an diesem Montag in Köln ausgelost.

Freude herrschte beim HSV Hamburg über das Erreichen des «Final4» trotz eines zunächst nachlässigen Auftritts. «Erst in der zweiten Hälfte konnten wir, warum auch immer, aggressiver zur Werke gehen, hatten so auch mehr Zug zum Tor und haben dann Tor für Tor aufgeholt. Aber egal wie: Wir sind im Final Four», sagte Nationalspieler Pascal Hens.

Ein Glanzleistung vollbrachten die Löwen mit dem Neun-Tore-Sieg in Montpellier. In einer starken zweiten Halbzeit lief Torhüter Slawomir Szmal zu Weltklasseform auf und ließ im Verbund mit der Abwehr kaum noch etwas anbrennen. «Das war die beste Abwehrleistung in meiner Amtszeit», lobte Trainer Gudmundur Gudmundsson.