Berlin (dpa) - Raucher müssen künftig tiefer in die Tasche greifen: Die erste Stufe der Tabaksteuererhöhung ist seit Sonntag in Kraft. Der Preis für eine Schachtel Zigaretten steigt deshalb um durchschnittlich 20 Cent.

Die Steuererhöhung ist die erste einer fünfstufigen Anhebung, die die Bundesregierung beschlossen hat. Bis 2015 soll die Tabaksteuer jährlich um 4 bis 8 Cent je Zigarettenpackung steigen, für eine 40-Gramm-Feinschnittpackung um 12 bis 14 Cent. Über die höhere Steuer will die Politik den Menschen die Lust am Qualm nehmen.

Wegen der absehbaren Erhöhung der Zigarettenpreise hatten viele Raucher Tabak gehamstert. Der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels erwartet, dass einige Raucher als Folge auf günstigere Produkte umsteigen werden, etwa von Zigaretten auf Feinschnitt zum Selberdrehen. Auch Händler hatten sich laut dem Statistischen Bundesamt zuletzt mit Zigaretten und Zigarren eingedeckt, um Preiserhöhungen noch etwas hinauszögern zu können.

Die Tabakkonzerne Reemtsma (JPS, Gauloises Blondes, West) und Philip Morris (Marlboro, L&M, Chesterfield) hatten bereits im März Preiserhöhungen ab Mai angekündigt. Demnach verteuern sich die Marken im Schnitt um 20 Cent - 4,90 und 5,00 Euro pro Packung mit 19 Zigaretten werden zum Standardpreis. Schon 2010 hatten Raucher für ihre Sucht tiefer in die Tasche greifen müssen: Tabakwaren waren im Schnitt 2,2 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR) rechnet aufgrund der Preiserhöhungen mit einem Absatzrückgang, der aber wohl geringer ausfallen werde als zum Jahresanfang mit minus drei bis minus fünf Prozent prognostiziert. «Vieles wird davon abhängen, inwieweit die Verbraucher trotz gestiegener Preise weiter auf inländische Tabakerzeugnisse vertrauen oder verstärkt zu Schmuggelware oder Grenzverkäufen wechseln», sagte VdR-Hauptgeschäftsführer Franz Peter Marx.