Goslar/Thale (dpa) - Ausgelassen und friedlich haben im Harz mehr als 100 000 Menschen aus ganz Deutschland die Walpurgisnacht gefeiert. In Thale am Fuß des 1142 Meter hohen Brockens wurden allein rund 16 000 Besucher - 6000 mehr als im Vorjahr - gezählt.

Nach Polizeiangaben blieben größere Zwischenfälle aus. «Die Zeiten, in denen es noch Hauereien gegeben hat, sind vorbei», sagte ein Polizeisprecher in Thale. Auch in anderen Orten blieb es ruhig. Im Harz gab es etwa 30 große Feiern. In Sälen, Zelten und auf den Feuerplätzen trafen sich fröhliche verkleidete Gnome, Teufel, Kobolde, Hexen und andere Sagengestalten.

Die Walpurgisnacht, berühmt geworden mit Johann Wolfgang von Goethes Drama «Faust», hat sich zu einem Touristenspektakel entwickelt. In diesem Jahr spielte auch das Wetter mit. «Um neun Uhr abends hatten wir noch blauen Himmel und einen wunderschönen Sonnenuntergang», schwärmte der Organisator der Feier auf dem Thaler Hexentanzplatz, Sebastian Suhr. Dort beeindruckte unter anderem ein spektakuläres Höhenfeuerwerk die Gäste.

In Bad Lauterberg sorgte eine Schlangen- und Feuershow für Stimmung und bis zum Morgen bemühten sich Hunderte Besucher, den Winter endgültig zu vertreiben. Gut besucht war auch Carl Orffs Chorwerk «Carmina Burana», das die Singakademie Niedersachsen in der Kaiserpfalz von Goslar bot. Schluss war überall am Sonntagmorgen. Dann hatte die Maikönigin die Höllengeister und alle Ungeheuer wieder in die Unterwelt vertrieben. Vielerorts wurden Maibäume aufgestellt.

«Glück für uns war, dass der 1. Mai diesmal in ein Wochenende fiel. Nur selten sind unsere Hotels und Gasthöfe so gut ausgebucht wie an diesem Wochenende», sagte eine Sprecherin des Harztourismus in Goslar. «Wir hoffen, dass die heilige Walburga, die Beschützerin der Zauberpraktiken, uns im kommenden Jahr auch wieder so viele Gäste beschert.» 2012 fällt der 1. Mai auf einen Dienstag.