London (dpa) - In der libyschen Hauptstadt soll die britische Botschaft zerstört worden sein. Das Londoner Außenministerium überprüft entsprechende Berichte.

Sollte dies der Fall sein, wäre das ein «bedauerlicher Vorfall», da das Regime von Machthaber Muammar al-Gaddafi für die Sicherheit diplomatischer Vertretungen verantwortlich sei, sagte eine Ministeriumssprecherin. «Es wäre eine weitere Verletzung internationaler Verpflichtungen.»

Die BBC berichtete, dass auch UN-Gebäude von aufgebrachten Massen angegriffen wurden. Die Vereinten Nationen würden ihr Personal aus Tripolis abziehen. Die libysche Regierung hatte zuvor berichtet, dass der Sohn von Machthaber Muammar al-Gaddafi, Saif al-Arab, bei einem Nato-Luftangriff zu Tode gekommen sei.

Die britischen Diplomaten waren bereits vor mehreren Wochen aus dem Botschaftsgebäude in Tripolis ausgezogen. Das Personal verließ zu großen Teilen das Land. Ein kleiner Stab war zunächst in Tripolis geblieben und hatte sich der türkischen Botschaft angeschlossen.

Die Sprecherin sagte: «Wir glauben, dass auch andere ausländische Residenzen angegriffen wurden.» Mögliche Nationalitäten nannte sich nicht. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes gibt es keine Hinweise, dass die deutsche Botschaft angegriffen wurde.