Bratislava (dpa) - Deutschlands Eishockey-Cracks haben bei der WM auch das slowakische Starensemble entzaubert und als Gruppensieger vorzeitig den Einzug in die Zwischenrunde perfekt gemacht.

Im zweiten Turnierspiel feierte die Auswahl von Coach Uwe Krupp einen sensationellen 4:3 (0:0, 3:0, 1:3)-Erfolg über das mit NHL-Spielern gespickte Team der Gastgeber und setzte damit nach dem Auftakt-Coup gegen Russland noch einen drauf.

Dank des Erfolges hat die DEB-Auswahl Rang eins in der Gruppe A sowie den Klassenverbleib schon vor dem letzten Spiel gegen Slowenien am Dienstag sicher und steigt mit der Maximalpunktzahl von sechs Zählern in die Zwischenrunde auf. «Wir wollten uns nicht wieder auf eine Zitterpartie gegen Slowenien einlassen. Wir wollten den Sack zumachen, und das haben wir gemacht», sagte Krupp. Mit dem dritten WM-Sieg in Serie gegen die Slowakei hat Deutschland nun sogar einen großen Schritt in Richtung erneuten Viertelfinal-Einzug getan.

Marcel Müller (25. Minute), John Tripp (34.), Frank Hördler (37.) und Felix Schütz (45.) veredelten in Bratislava einen lange Zeit famosen Auftritt der deutschen Mannschaft, die allerdings nach den Gegentreffern von Ladislav Nagy (46.), Jozef Stümpel (48.) und Pavol Demitra (53.) noch mächtig zittern musste.

«Vielleicht hätten wir am Ende einen Tick mehr agieren sollen, aber es hat gereicht, und wir sind superhappy», sagte der starke Torhüter Dimitri Pätzold. Bundestrainer Krupp fügte hinzu: «Das war ein anstrengendes Spiel, wir haben wirklich gut gespielt die ersten 40 Minuten, aber wir wussten: So eine Mannschaft schießt Tore.»

Sein Team brillierte 45 Minuten lang in der Abwehr und bei schnellen Kontern. Die Gastgeber von Trainer Glen Hanlon fanden bis zum 0:4 kein Mittel gegen die kampfstarken Deutschen, die auch die erstmals eingesetzten NHL-Stars Marian Hossa und Michal Handzus zunächst nicht zur Entfaltung kommen ließen.

Das änderte sich schlagartig mit dem 1:4: Angetrieben von den lautstarken Fans setzten die Slowaken auf überfallartige Angriffe. Pätzold, der turnusgemäß für Dennis Endras ins Tor rückte, war zu vielen Glanzparaden gezwungen. Der Straubinger zeigte eine fehlerfreie Leistung. Das Krupp-Team ließ sich von den Hausherren zwei Drittel lang nicht den Schneid abkaufen und setzte auf Härte. Die Folge waren Strafzeiten. In Unterzahl geriet die deutsche Abwehr erst nach dem ersten Gegentreffer ins Wackeln - dafür aber gehörig.