Das schönste Tor der WM gehört den Finnen bereits - nun wollen die Suomis auch den Pokal. Im Nachbarschaftsfinale verspricht Schweden aber Revanche für die WM-Heimpleite vor 16 Jahren. Nur um Bronze geht es beim Duell der Enttäuschten zwischen Tschechien und Russland.

Bratislava (dpa) - Der Trainer kicherte kurz, suchte dann nach dem passenden Wort und fand nur: «Wow!» Finnlands 3:0-Halbfinalsieg gegen den Eishockey-Rekordweltmeister Russland, der erste Zu-Null-Erfolg bei dieser WM und die achte Endspielteilnahme.

Aber alles wurde am Freitagabend überstrahlt von Mikael Granlunds Geniestreich, der den Finnen den Weg ins Finale gegen Schweden ebnete. «Ich weiß nicht, was ich sagen soll», stammelte Coach Jukka Jalonen. «In so einem Spiel so ein Tor zu schießen...» Der Trainer war einfach sprachlos.

Dabei soll die Krönung erst am Sonntag folgen, wenn die Suomis im skandinavischen Duell nach ihrem zweiten WM-Gold greifen. Zum vierten Mal heißt die letzte Hürde Schweden, nur 1995 konnten sich die Finnen gegen die «Tre Kronor» durchsetzen - damals aber ausgerechnet im Finale in Stockholm (4:1). «Das wird ein tolles Spiel werden», versprach WM-Toptorjäger Jarkko Immonen. Werbung für das Eishockey und für 2012 betrieben beide Teams zur idealen Zeit: Im nächsten Jahr sind Finnland und Schweden Co-Gastgeber der WM.

Ähnlich souverän wie die Finnen hatte sich auch Schweden gegen den Favoriten und Vorjahreschampion Tschechien durchgesetzt. Beim 5:2 entzauberte die Truppe von Coach Pär Marts Tschechiens Puck-Künstler um den erstmals blass gebliebenen Altstar Jaromir Jagr und ist nur noch einen Sieg vom neunten WM-Gold entfernt. «Wir freuen uns auf Sonntag», meinte Magnus Pääjärvi. «Wir haben immer gesagt, wir wollen Gold», erinnerte David Petrasek. «Dafür wurden wir belächelt. Ich hoffe, spätestens jetzt werden wir ernst genommen.»

Gespannt sein darf man, ob Schwedens Konter-Taktik auch gegen die Finnen funktioniert. Zumal diese einen Jungen in ihren Reihen haben, der bereits alle verzauberte. Dem 19-jährigen Granlund gelang gegen die Russen das Tor des Jahres, als er im zweiten Drittel den Puck in voller Geschwindigkeit hinter dem Tor in die Höhe lupfte und elegant am perplexen Goalie vorbei ins Netz katapultierte.

«Ein unglaublicher Spieler», schwärmte Coach Jalonen von dem Youngster, der bald in der NHL als Teamkollege von Torhüter Dennis Endras in Minnesota auflaufen dürfte, «man weiß nie, was er als nächstes tut. Er kann mit dem Puck alles machen.» Stürmer Juhamatti Altonen meinte: «So etwas habe ich bisher nur auf Youtube gesehen.»