Dortmund (dpa) - Als der bittere Gang in die Zweitklassigkeit durch das 1:3 (0:0) beim deutschen Meister Borussia Dortmund endgültig besiegelt war, schlichen die Spieler von Eintracht Frankfurt mit leeren Blicken und hängenden Köpfen in die Kabine.

Während auf dem Rasen die große Titel-Party der Borussia Fahrt aufnahm, vergossen die demoralisierten Eintracht-Profis Tränen der Trauer über den vierten Bundesliga-Abstieg nach 1996, 2001 und 2004.

«Jetzt müssen wir erst einmal die Enttäuschung verarbeiten. Ich brauche selber ein bisschen Abstand. Das ist alles sehr heftig und geht sehr tief», sagte Trainer Christoph Daum nach dem ersten Abstieg seiner Karriere als Fußballcoach.

Vor 80 720 Zuschauern hatte Sebastian Rode die Frankfurter mit seinem Führungstor in der 46. Minute auf ein Happy End hoffen lassen, doch Lucas Barrios (68./90.) und ein Eigentor von Marco Russ (72.) besiegelten den Bundesliga-K.o. der Eintracht, die das Spiel nach einer Roten Karte gegen Marcel Titsch-Rivero in Unterzahl beendete. «Ich bin enttäuscht darüber, dass ich der Eintracht nicht habe mehr helfen können. Aus meiner Sicht habe ich alles versucht», sagte der in sieben Spielen sieglos gebliebene Daum.

Zu seiner Zukunft am Main wollte er sich in den Minuten nach dem Abpfiff nicht äußern. «Ich gebe heute keine Entscheidung so oder so bekannt», erklärte der 57-Jährige. Vorstandschef Heribert Bruchhagen kündigte schnelle Gespräche an. «Es wird einen Neuanfang bereits in der nächsten Woche für die 2. Liga geben. Die erste Entscheidung, die jetzt fällt, ist die, wer neuer Trainer wird. Ich bin überzeugt, dass wir mit einer starken Mannschaft dann in einem Jahr wieder in der Bundesliga zurück sind», sagte Bruchhagen.

Von den Eintracht-Profis wollten sich nur die äußern, die am Samstag gar nicht auf dem Platz standen. «Nach der Führung habe ich noch gehofft. Jetzt sind wir alle sehr enttäuscht. Aber es hat nicht am heutigen Tag gelegen», sagte der verletzte Maik Franz.

Stürmer Ioannis Amanatidis, der von Daum selbst beim 1:2-Rückstand nicht gebracht wurde, fühlte sich in seiner während der Saison geäußerten Kritik bestätigt. «Durch die Augenwischerei, die die Siege in der Hinrunde bewirkt haben, sind einige Leute blind geworden. Aber dass es so schlimm wird, hatte auch ich nicht erwartet», sagte der Grieche.