Frankfurt/Main (dpa) - Die Lokführergewerkschaft GDL hat im festgefahrenen Tarifkonflikt die Streiks gegen Konkurrenten der bundeseigenen Deutschen Bahn fortgesetzt. Am Samstag legten Lokomotivführer der AKN Eisenbahn AG im Norden Deutschlands sowie der Berchtesgadener Land Bahn in Bayern die Arbeit nieder.

Bei der BLB fielen nach Angaben von GDL-Sprecherin Gerda Seibert ab dem Morgen 70 Prozent der Züge aus, bei der AKN kam es zu erheblichen Verspätungen. Gegen Abend sollten die Streiks bei beiden Unternehmen beendet werden.

Die GDL hatte am Freitag angekündigt, Streiks künftig nicht mehr zwölf Stunden im Voraus bekanntzugeben, sondern mit einer weitaus kürzeren Frist. «Es handelt sich dabei schlicht um die Verschärfung der Arbeitskampfmaßnahmen, weil sich nichts bewegt.» Am Samstag kamen die GDL-Mitteilungen jeweils eine Stunde vor Streikbeginn. «Ziel ist nicht der Streik, sondern Ziel ist die Verhandlung, und zwar möglichst zügig», sagte Seibert.

Die Gewerkschaft will eine einheitliche Bezahlung aller 26 000 Lokführer in Deutschland - und zwar auf dem hohen Niveau des Marktführers Deutsche Bahn (DB). Der dafür notwendige Rahmentarif ist bei der DB schon unter Dach und Fach. Ihre Konkurrenten - die Regionalbahnen mit etwa 6000 Lokführern - sind nach GDL-Darstellung mehrheitlich verhandlungsbereit. Mit neun von ehemals gut 20 DB-Konkurrenten herrscht hingegen noch Funkstille.

Unterdessen hat die Mitteldeutsche Regiobahn nach eigenen Angaben mit Mitarbeitern Einzelverträge über Lohnerhöhungen abgeschlossen. «Die ersten sind bereits unterschrieben, ab Juni haben sie mehr Geld auf ihrem Konto», sagte Sprecher Jörg Puchmüller am Samstag der dpa und bestätigte einen Bericht der «Leipziger Volkszeitung». Puchmüller sagte: «Wir hoffen, dass jetzt keiner unserer Mitarbeiter mehr streikt.» Die neuen Verträge sollen für rund 70 Lokführer und ebenso viele Kundenbetreuer gelten. Damit hätten rund 85 Prozent der Belegschaft des Veolia-Tochterunternehmens dem Angebot zugestimmt. Die GDL allerdings hält das Vorgehen für «unsauber» gegenüber den Beschäftigten, da das Unternehmen die Zulagen jederzeit wieder streichen könne.

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