München (dpa) - Traumpass Arjen Robben - und dann war Torschützenkönig Mario Gomez wieder einmal zur Stelle. Standesgemäß unterstrich der deutsche Fußball-Nationalstürmer vom FC Bayern München auch beim 2:1 (1:1) gegen den VfB Stuttgart eine Extraklasse in der nun abgelaufenen Bundesliga-Saison.

28 Saisontreffer, insgesamt 39 Tore in 45 Pflichtspielen. Zum ersten Mal krönte sich Bayerns Rekordeinkauf zum besten Liga-«Bomber», der kurz vor dem Schlusspfiff bei seiner Auswechslung einen Riesen-Applaus der Fans für eine starke Spielzeit genießen durfte.

«Nun in der Reihe mit vielen klangvollen Namen zu stehen, macht mich stolz», sagte Gomez nach dem erfüllten Kindheitstraum. Freudestrahlend trug er die Kanone aus der Arena - und dankte auch dem Team. «Ich finde, dass das ein Titel für den Club und für die Mannschaft ist.» Sportdirektor Christian Nerlinger lobte den 25-Jährigen als «kompletten Stürmer».

Dabei hatte die Saison für den unter Ex-Trainer Louis van Gaal lange Zeit verschmähten Gomez alles andere als gut begonnen. Nur als «Joker» durfte der Nationalstürmer in der Anfangsphase ran. Dass es dann auf einmal wie am Schnürchen lief, «war nicht so vorauszusehen», wie der Angreifer auch selbst dieser Tage einräumte. Fast wäre er schon zum FC Liverpool geflohen, aber die Bayern-Bosse glaubten an ihn. «Jetzt bin ich sehr froh und glücklich, dass ich damals nicht für ein Jahr woanders hin bin», gestand der 25-Jährige. Schon zweimal (2007/08 und 2008/09) hatte er seine Hand vergeblich nach der Kanone ausgestreckt - diesmal reichte es.

Gomez ließ sich trotz eines schwierigen ersten Jahres und eines keineswegs einfachen Saisonstarts - auch zur Freude von Bundestrainer Joachim Löw - nicht hängen. «Das Wichtigste ist, nie aufzugeben», meinte der nun 101-fache Liga-Torschütze, der anfänglich arge Probleme mit dem Bayern-System mit nur einer Spitze hatte. Aber letztlich reifte der für rund 30 Millionen Euro gekaufte Stürmer daran, verbuchte «einen großen persönlichen Fortschritt» und fühlt sich nun «als Spieler kompletter».

«Er ist ein richtig guter Stürmer auf Spitzenniveau geworden», lobte auch Interimscoach Andries Jonker. Bei seinem Wechsel vom VfB sei er «nur ein Torjäger» gewesen, nun sei er auch «ballfest».

Gomez nähert sich der Weltspitze. In der Champions League traf er achtmal, nur Barcelonas Superstar Lionel Messi (11 Tore) war noch erfolgreicher. Und im Nationalteam spielt Gomez «bei den Zukunftsplanungen eine wichtige Rolle», wie Löw betonte. Aber dort sind die Rollen noch anders verteilt. Denn hier hat der am Samstag fleißige, aber unglückliche Miroslav Klose noch die Nase vorn - noch.