Ponte Vedra (dpa) - Deutschlands Golfstar Martin Kaymer hat bei der Players Championship in Florida trotz eines Gewittersturms zu einer furiosen Aufholjagd angesetzt.

Als der Weltranglisten-Zweite nach viereinhalbstündiger Regenpause zuvor am 12. Grün wegen Dunkelheit aufhören musste, hatte sich der 26-Jährige vom 17. auf den siebten Rang in Runde drei vorgearbeitet. Mit acht Schlägen unter Par trennten Kaymer nur noch drei Schläge von US-Open-Sieger Graeme McDowell (Nordirland) und US-Profi Nick Watney. Das Duo hatte mit je elf unter Par zu dem Zeitpunkt die Führung bei dem mit 9,5 Millionen Dollar dotierten Turnier übernommen. Nur 40 Spieler konnten die dritte Runde komplett beenden. Der Rest muss wie Kaymer in Ponte Vedra Beach «nachsitzen» und ohne Unterbrechung in die Finalrunde gehen.

«Es war ein fantastischer Auftakt. Leider hat der Lauf nicht lang genug angedauert», zog der Rheinländer nach einem Traumstart mit vier Birdies in Serie und einem weiteren auf Loch sieben Zwischenbilanz. «Schade nur, dass ich mich nun auf einen langen letzten Arbeitstag vorbereiten muss. Aber die Jungs ganz vorn haben noch bis zu sieben Löcher mehr zu spielen als ich», meinte der Musterprofi und konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.

Vor tausenden begeisterter Zuschauer legte Kaymer unwiderstehlich los und legte den Ball in unnachahmlicher Manier auf den ersten vier Löchern ganz dicht an der Fahne ab. Als er am siebten Grün zum fünften Birdie eingelocht hatte, lag Kaymer gleichauf mit dem bis dahin führenden US-Profi David Toms. Aber dann riss der Faden bei dem Major-Gewinner, der mit einem Sieg auf dem Par 72-Kurs im TPC Sawgrass in Ponte Vedra Beach Lee Westwood als Nummer eins wieder ablösen könnte. Der Brite hatte es nach zwei Siegen auf der Asien Tour vorgezogen, eine Schaffenspause einzulegen.

Von Loch neun bis elf wollte Kaymer plötzlich nichts mehr gelingen. Drei Bogeys nacheinander stoppten seinen rasanten Lauf, ehe er mit einem Birdie die Tagesarbeit am zwölften Grün beendete. Auch die Konkurrenz ließ aufhorchen. Der Linkshänder Phil Mickelson zum Beispiel zauberte die Kugel am 16. Grün nach nur zwei Schlägen zu einem Eagle direkt ins Loch.

Am legendären 17. Inselgrün verfehlte der Zuschauerliebling der Massen ein Ass nur um Zentimeter. Der 40-jährige Kalifornier lag nach drei kompletten Runden mit 211 Schlägen auf Rang 25 allerdings schon zu weit zurück, um noch in den Kampf um den Siegerscheck von 1,71 Millionen Dollar eingreifen zu können. Hinter McDowell und Watney machten sich dagegen auch Toms und dessen US-Landsmann Steve Stricker bei je zehn Schlägen unter Par große Hoffnungen auf den Sieg.