Berlin (dpa) - Joachim Löw will mit Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack nach den letzten drei Länderspielen der Saison nochmals über dessen Situation im DFB-Team sprechen.

Man habe jetzt besprochen, dass der 34 Jahre alte Ballack für die Partien gegen Uruguay, Österreich und Aserbaidschan nicht dabei ist und vereinbart, «dass wir danach nochmals reden», sagte Bundestrainer Löw im «Focus». «Michael weiß, wie ich über seine Situation denke.»

Nach langer Verletzungspause und dem zähen Ringen um seine Bestform bei Bayer Leverkusen wartet Ballack seit langem auf sein Comeback in der Fußball-Nationalmannschaft. «Jetzt lassen wir einfach mal ein bisschen Zeit verstreichen und dann wird man sehen, was in der nächsten Saison passiert», erklärte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff im «Doppelpass» von Sport1. «Aber ich denke, für einen Trainer ist es nicht immer notwendig, alle Türen zuzuschlagen», ergänzte Bierhoff.

Löw will den 98-maligen Nationalspieler Ballack noch nicht offiziell verabschieden. Die Chancen des gebürtigen Görlitzers auf eine Teilnahme bei der EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine aber sinken immer mehr. «Als Trainer ist es neben der Arbeit für den aktuellen Erfolg auch meine Aufgabe, perspektivisch zu denken, wie kann das Team in ein, zwei oder vier Jahren aussehen», betonte Löw. Selbstverständlich habe er «auch mit Michael über diese Fragen diskutiert».

Für Bierhoff ist es wichtig, dass das Verhältnis Spieler und Trainer in Ordnung ist, die Kommunikation stimmt und dort Klartext gesprochen wird: «Das passiert», betonte der Manager. «Wir haben noch eine ganze Saison vor uns.» Ballack habe eine anstrengende Spielzeit hinter sich und sich nach langer Verletzung in Leverkusen wieder herangearbeitet. «Und ich glaube, er hat sich unglaublich verdient für Deutschland gemacht», sagte Bierhoff.

«Generell muss ein Trainer nicht 15 Monate vor einem Turnier schon immer alle Entscheidungen getroffen haben. Michael war lange verletzt und hat zuletzt um wichtige Ziele mit Leverkusen gespielt. Ich wollte ihm zunächst erst mal Zeit geben», erklärte Löw, für den Ballack «der Kapitän und immer ein wichtiger Ansprechpartner» sei. «Wir haben uns das erste Mal nach der WM im August getroffen. Und - ich wiederhole mich - wir stehen seitdem in regelmäßigem Kontakt.»