Monte Carlo (dpa) - Im Moment würde eine weiße Flagge zum Ferrari eher passen als die italienische Fahne als Tribut an die Heimat. Aufgeben will die Scuderia aber nicht. «Wir haben erst fünf Rennen hinter uns», betonte der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso am Mittwoch in Monte Carlo.

Die - allesamt ohne Ferrari-Sieg - reichten allerdings schon aus, um erste personelle Konsequenzen zu ziehen. «Das war ein Schritt, um voranzukommen», befand Alonso einen Tag, nachdem Aldo Costa seinen Posten als Technischer Direktor hatte räumen müssen.

«Wir brauchten eine Reaktion, um eine Richtungsänderung zu machen», argumentierte der 29-Jährige. Ausgerechnet bei seinem Heimrennen am vergangenen Sonntag hatte der stolze Spanier sich als Fünfter überrunden lassen müssen, noch immer wartet er auf seinen ersten Erfolg in dieser Saison. Wie das gesamte Team. «Wir müssen sehen, wo wir in den nächsten Rennen stehen, wenn wir andere Reifen haben werden», meinte Teamchef Stefano Domenicali. In Barcelona waren die Pirelli-Pneus und die «Rote Göttin» eher Feind als Freund gewesen.

Vor dem Grand Prix in Monte Carlo wirkte Alonso im Motorhome seines Arbeitgebers recht aufgeräumt. Von der Hoffnung, beim Klassiker schlechthin um dem Sieg mitkämpfen zu können, war sogar die Rede. Doch weiß er auch: «Wir brauchen sofort ein schnelleres Auto.» Es sei auch richtig, dass man im Team weiteres reorganisieren müsse, sagte er, die Ferrari-Kappe auf dem Kopf.

Nach wirkungsvollen Rezepten für die kränkelnde Scuderia klingen die Aussagen aber auch nicht unbedingt. Die Tatsache, dass Costa mitten in der Saison sein Amt abgab und nun ein Technik-Triumvirat Domenicali Rapport zu erstatten hat, wirkt nicht wie von langer Hand geplant. Nach den ersten beiden Rennen war die Teamleitung von Australien und Malaysia nach Maranello geeilt. Gebracht hatte auch das nichts.

Worauf es bei Ferrari immer ankommt und erst recht nach der peinlichen Taktikpleite im Saisonfinale 2010, als Alonso gegen Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel doch noch den Kürzeren zog, macht letztlich immer einer deutlich: Luca di Montezemolo. «Dieses Jahr müssen wir gewinnen», hatte der Ferrari-Präsident Ende Januar bei der Präsentation des neuen Autos in Maranello gefordert.

Bei den Testfahrten hinterließ der Wagen, um den es dann auch noch einen Namensstreit mit Ford gab, immerhin einen starken Eindruck. Doch statt Spitzenreiter Vettel attackieren zu können, liegt Alonso vor dem Spektakel in Monte Carlo mit 67 Punkten weniger auf dem fünften Platz. Teamkollege Felipe Massa ist Achter, sein Rückstand auf Vettel: 94 Zähler.