Miami (dpa) - Rick Carlisle gilt in der Basketball-Liga NBA als eher emotionsloser Trainer. Selbst in den hitzigen Momenten behält er die Ruhe. Genauso besonnen hat er die Dallas Mavericks um Dirk Nowitzki in die Finalspiele gegen die Miami Heat geführt.

In der Hitze von Südflorida gibt sich Carlisle ganz cool. Weder die 30 Grad Außentemperatur noch die Endspiele in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA gegen das Starensemble der Miami Heat können den Coach der Dallas Mavericks offenbar ins Schwitzen bringen. «Dies ist nicht mein erster Rodeo-Ritt», meinte der texanische Trainer trefflich vor dem ersten Finalspiel in Florida.

Die Teilnahme an der Serie im Modus «best-of-seven» gegen die von LeBron James und Dwyane Wade angeführten Heat ist für Trainer Carlisle keineswegs ungewohntes Terrain. Für den 51-jährigen Coach der Mannschaft um den deutschen Star Dirk Nowitzki sind es die schon fünften Endspiele. Er kennt den Geschmack des süßen Sieges ebenso wie den der bitteren Niederlage.

Als Spieler gewann Carlisle an der Seite von Larry Bird mit den Boston Celtics 1986 gegen die Houston Rockets den NBA-Titel und unterlag 1985 und 1987 jeweils dem Erzrivalen Los Angeles Lakers. Die Kalifornier waren es auch, die den vom Kumpelduo Bird/Carlisle gecoachten Indiana Pacers 2000 die Meisterschaft vermiesten.

Im fünften Anlauf will Carlisle nun endlich wieder jubeln - auch wenn Freudenausbrüche eher nicht zu seinem Repertoire gehört. Egal wie hitzig die Spiele auch sind, wie umstritten die Schiedsrichter-Entscheidungen, ob Sieg oder Niederlage - er steht fast immer mit dem gleichen emotionslosen Gesichtsausdruck an der Seitenlinie. «Er verliert nie seine Haltung, egal, was passiert - und wir als Team sind genauso belastbar wie er», sagt Shawn Marion.

Als Nowitzki die Mavericks vergangenen Mittwoch erstmals seit 2006 wieder in die Endspiele geführt hatte, verzog der Würzburger wie sein Coach kaum eine Miene. Man sei schließlich schon einmal im Endspiel gewesen, habe sich aber so sehr darüber gefreut, dass die anschließende Niederlage umso bitterer gewesen sei, meinte Nowitzki. «Wir wollen die Meisterschaft gewinnen, deshalb können wir uns nicht zu sehr freuen, wenn wir eine Playoff-Runde überstehen», stellte Carlisle klar. Und weiter: «Wir spüren, dass unsere Zeit gekommen ist. Aber wir haben noch reichlich Arbeit vor uns.»

Der Trainer gilt als ebenso akribisch wie Nowitzki. Als Carlisle im Sommer 2008 bei den Mavericks unterschrieb, machte er sich umgehend auf den Weg nach Würzburg. Er wollte Nowitzki und dessen Privattrainer Holger Geschwindner kennenlernen. Und er war im Gegensatz zu seinem Vorgänger Avery Johnson ein absoluter Fürsprecher von Nowitzkis Extra-Schichten samt Mentor.