Hamburg/Berlin (dpa) - Was ist die Quelle für die EHEC-Infektionen? Die Suche nach der EHEC-Infektionsquelle beginnt vorn vorne. Der auf spanischen Gurken in Hamburg entdeckte Erreger hat die Erkrankungswelle offenbar nicht ausgelöst.

Das habe eine Laboruntersuchung bei zwei der drei sichergestellten Gurken ergeben, sagte die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag. «Nach wie vor ist die Quelle nicht identifiziert.»

Es zeigte sich bei beiden Proben keine Übereinstimmung mit dem grassierenden Erreger des Typs O104, der aus Stuhlproben von Patienten isoliert wurden. Nach Angaben der Senatorin wurden jedoch andere EHEC-Erreger auf den Gurken aus Spanien nachgewiesen. Die Ergebnisse zweier weiterer Proben lägen noch nicht vor.

Nach Ansicht von Prüfer-Storcks war es richtig, die Untersuchungsergebnisse vor einigen Tagen zu veröffentlichen. «Denn die Verunreinigungen können sehr wohl EHEC auslösen.» Der Schutz von Leben müsse wichtiger sein als wirtschaftliche Interessen.

Solange die Ursache des EHEC-Ausbruchs unklar ist, gilt laut Prüfer-Storcks weiter die Warnung des Robert Koch-Instituts. Die Behörde hatte empfohlen, Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu essen. Im Hamburger Hygiene-Institut würden auch viele weitere Lebensmittel untersucht.

Spanien forderte die sofortige Wiederaufnahme des kompletten Handels mit spanischem Gemüse. «Nun zeigt sich, dass spanische Gurken nicht der Auslöser der EHEC-Infektionen waren», sagte die spanische Agrarministerin Rosa Aguilar am Dienstag in Debrecen (Ungarn).

Ihr Land wolle auf EU-Ebene Entschädigungen für alle europäischen Landwirte verlangen, die wegen EHEC Verluste haben, hatte die Ministerin am Morgen angekündigt. Bei den Produzenten in Spanien hätten die Unterstellungen einen Schaden von wöchentlich 200 Millionen Euro angerichtet. «Wir sind enttäuscht von der Art, wie Deutschland mit dieser Krise umgegangen ist.»