Berlin (dpa) - Britta Steffen deutete im Vorlauf starke Form an, Yannick Lebherz schwamm bei den deutschen Meisterschaften in Berlin schon zum Final-Auftakt Über 400 Meter Lagen die erste nationale Bestmarke.

Der 22-Jährige unterbot seinen zwei Jahre alten Rekord in 4:14,02 Minuten um 0,61 Sekunden - exakt diese Zeit war für das Ticket für die Weltmeisterschaften vom 16. bis 31. Juli in Shanghai vom Verband gefordert worden.

Bei ihrem ersten wichtigen Langbahn-Wettkampf seit der WM 2009 in Rom meldete sich Doppel-Olympiasiegerin Steffen vor den Augen ihres Freundes Paul Biedermann stark zurück. Als Vorlaufschnellste schwamm die 27-Jährige in 24,98 Sekunden bis auf 11/100 an die geforderte Qualifikations-Zeit und war «sehr zufrieden».

Den Sieg über 1500 Meter Freistil holte sich Titelverteidiger Christian Kubusch (Magdeburg). Der EM-Zweite über 800 Meter verwies in 15:09,94 Minuten den Berliner Martin Grodzki auf Platz zwei, verfehlte dabei aber die Normzeit (15:03,70 Minuten).

Dass der 22-jährige Darmstädter Lebherz bei seinem vierten Titel in Serie auf dieser Strecke auf die Hundertstelsekunde die geforderte Normzeit erreichte, war kurios. «Dass es jetzt so eine Punktlandung geworden ist, war nicht geplant. Das war auch Glückssache», meinte der Kurzbahn-Europameister über 200 Meter Rücken. In der selben Halle, in dem ihm am 24. Juni 2009 der bisherige deutsche Rekord geglückt war, setzte er die erste nationale Bestmarke in einer olympischen Einzel-Disziplin seit dem Verbot der Hightech-Anzüge Ende 2009.

Vor den Titelkämpfen lag die WM-Norm auf acht Einzelstrecken unter dem deutschen Rekord; jetzt sind es nur noch sieben. «Ich hoffe, dass ich auch für die anderen ein bisschen die Tür geöffnet habe», sagte Lebherz nach dem erhofften Startschuss zur nationalen Bestzeitenjagd.

Biedermann greift am folgenden Tag ins Geschehen ein, Steffen legte das erste Lampenfieber am Dienstag ab. «Ich war sehr nervös vor dem Rennen, jetzt bin ich sehr zufrieden», sagte die Berlinerin und hielt die nationale Konkurrenz in Schach. «Im Vorlauf ging es erstmal darum, sicher ins Finale zu kommen, und nicht um die Norm.»