Ostrau (dpa) - Wieder ein knapper Sieg von Usain Bolt, Erfolge für Silke Spiegelburg und Matthias de Zordo: Das Leichtathletik-Meeting in Ostrau war ein großer Erfolg aus deutscher Sicht und die gewohnte Ein-Mann-Show des Superstars aus Jamaika.

Bolt gewann das 100-Meter-Rennen in 9,91 Sekunden vor Landsmann Steve Mullings (9,97) und Daniel Bailey aus Antigua (10,08). Es war aber auch bei allem ohrenbetäubenden Jubel der Fans und einer kleinen Demonstration seiner Muskel schon vor dem Start nicht zu übersehen, dass dem 24 Jahre alten Weltrekordhalter nach neun Monaten Wettkampfpause noch einiges zu seiner Bestform fehlt. Sein Vorsprung war ähnlich klein wie bei seinem Saisondebüt am vergangenen Donnerstag in Rom. Und Mullings' Weltjahresbestzeit von 9,89 Sekunden verfehlte Bolt erneut. «Meine Zeit ist nicht schlecht, könnte aber auch besser sein. Ich habe mehr erwartet», sagte er.

Die angestrebte Weltjahresbestleistung gelang stattdessen Veronica Campbell-Brown aus Jamaika. Die 10,76 Sekunden der 29 Jahre alten Weltmeisterin von 2007 waren die achtbeste Zeit, die je von einer Frau über 100 Meter gelaufen wurde.

Stabhochspringerin Spiegelburg feierte mit der persönlichen Jahresbestleistung von 4,60 Metern bereits ihren dritten Sieg in dieser Saison. Kristina Gadschiew aus Zweibrücken teilte sich mit der Britin Holly Bleasdale Platz drei (beide 4,50). «Ich bin froh, dass es von Wettkampf zu Wettkampf besser läuft», sagte Spiegelburg. Denn ihre Erfolge in Daegu, Shanghai und nun in Ostrau sind nicht ohne weiteres zu erwarten gewesen. In der Saisonvorbereitung musste die 25 Jahre alte Vize-Europameisterin ihr Trainingslager wegen einer Erkrankung abbrechen. «Dadurch fehlen mir drei Wochen. Aber diese Siege geben mir viel Motivation und Sicherheit», meinte sie.

Speerwerfer de Zordo zog mit starken 85,78 Metern im letzten Versuch noch an Ex-Weltmeister Tero Pitkämäki aus Finnland (82,31) vorbei. Der Vize-Europameister aus Saarbrücken erzielte damit die zweitbeste Weite dieser WM-Saison. «Das war perfekt, aber auch eine schwere Geburt», sagte der 23-Jährige. «Ich hatte ein gutes Gefühl, aber bei den ersten Versuchen sah es nicht nach diesem Sieg aus.»

Hochspringer Raul Spank musste sich erst im Stechen dem Hallen-Weltmeister Iwan Uchow aus Russland geschlagen geben. Beide hatten im regulären Wettkampf 2,32 Meter übersprungen und waren dann je dreimal an der Weltjahresbestleistung von 2,36 Metern gescheitert. Im Stechen meisterte Uchow die 2,32 Meter noch einmal, Spank jedoch nicht. Immerhin sprang der WM-Dritte aus Dresden den besten Wettkampf seiner noch jungen Saison und nahm Eike Onnen die gerade einmal drei Tage alte deutsche Jahresbestleistung wieder ab.

Thomas Schneider aus Cottbus stellte über 400 Meter eine persönliche Bestzeit auf. 45,56 Sekunden reichten beim Sieg des Jamaikaners Jermaine Gonzales (45,07) zu Platz vier.