Frankfurt/Main (dpa) - Unbeirrt von einem feindlichen Angebot hält die Deutsche Börse Kurs auf die geplante Fusion mit der New Yorker NYSE. Seit Mittwoch können Aktionäre der Deutschen Börse AG ihre Aktien in Anteile des neuen Gemeinschaftsunternehmens umtauschen.

Bei der Hauptversammlung des Frankfurter Dax-Konzerns an diesem Donnerstag (12.5.) steht die Megafusion zwar nicht direkt auf der Tagesordnung, ein gewichtiges Thema dürfte sie dennoch sein.

Die Deutsche Börse und die amerikanisch-europäische NYSE Euronext wollen den weltgrößten Börsenbetreiber schmieden. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Zentralen in Frankfurt und New York soll seinen rechtlichen Sitz in den Niederlanden haben. Die Eigentümer des nach Börsenwert gewichtigeren Frankfurter Konzerns würden an dem neuen Unternehmen 60 Prozent halten. Die US-Technologiebörse Nasdaq hat ein jedoch Gegenangebot für NYSE Euronext vorgelegt, das beim Objekt der Begierde aber bisher nicht auf Gegenliebe stößt.

Am Finanzplatz Frankfurt gibt es zudem die Sorge, die Deutsche Börse könnte mittelfristig in die Bedeutungslosigkeit abgleiten. Die New Yorker sollen mit NYSE-Chef Duncan Niederauer den Konzernchef stellen, Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni ist als Vorsitzender des Verwaltungsrates vorgesehen.

Insgesamt 75 Prozent der Anteilseigner müssen zustimmen, damit die Fusion seitens der Deutschen Börse möglich wird. Bei der NYSE ist zur Abstimmung über die Fusion für den 7. Juli eine außerordentliche Hauptversammlung geplant. Dort reicht eine einfache Mehrheit.

Informationen zur Hauptversammlung

Deutsche Börse zu Umtauschangebot