Düsseldorf (dpa) - Herzschlagfinale im Abstiegskampf, Fernduell um den direkten Einzug in die Champions League - der Fußball-Bundesliga steht ein aufregender Schlussakt bevor.

Vor dem Saison-Kehraus am kommenden Wochenende wird in Frankfurt, Mönchengladbach und Wolfsburg um den Klassenverbleib gezittert. Wie sehr der Überlebenskampf an den Nerven einiger Fans zerrt, war in Frankfurt zu sehen. Fassungslos musste Heribert Bruchhagen mitansehen, wie Chaoten im Stadion randalierten: «Das ist der Tiefpunkt in meinen acht Jahren bei der Eintracht. So etwas darf es im Fußball nicht geben», kommentierte der sichtlich mitgenommene Vorstandschef.

Wie schon eine Woche zuvor im Anschluss an die Niederlage beim FSV Mainz ließen Hooligans auch nach dem 0:2 ihrer Mannschaft im Keller-Duell gegen den 1. FC Köln ihrem Frust freien Lauf. Aus Angst vor den gewalttätigen Randalierern, die den Platz gestürmt hatten, flüchteten die Profis in die Kabine. Durch den Punktverlust hat sich die Ausgangslage arg verschlechtert. Viel spricht dafür, dass die Hessen (34 Punkte) dem als Absteiger feststehenden FC St. Pauli in die 2. Bundesliga folgen. Schließlich reist die Eintracht als Vorletzter zum Meister aus Dortmund.

Mönchengladbach (35) nutzte die Gunst der Stunde und zog dank eines 2:0 über Freiburg in der Tabelle an Frankfurt vorbei. Damit rangiert die von vielen bereits abgeschriebene Borussia erstmals seit dem 8. Spieltag nicht mehr auf einem direkten Abstiegsplatz und kann sich im Duell mit Hamburg aus eigener Kraft mindestens in die Relegation retten: «Es ist eine unfassbare Erleichterung, nicht immer auf die anderen schauen zu müssen», sagte Torschütze Marco Reus.

Der Altmeister aus Mönchengladbach avancierte zum großen Gewinner des zweitletzten Spieltages. Schließlich waren nicht nur die Frankfurter, sondern auch die Wolfsburger der Nervenprobe nicht gewachsen. Nach der 1:2-Heimschlappe gegen Kaiserslautern liegt das Magath-Team nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor der Borussia. Deshalb regiert beim Meister von 2009 vor dem Abstiegs-«Endspiel» in Hoffenheim die blanke Angst. «Unser Selbstvertrauen ist natürlich nicht das Beste», bekannte Regisseur Diego.

Für den FC St. Pauli ist der Abstieg dagegen bereits besiegelt. Beim 1:8 gegen den FC Bayern kassierte der Kiezclub seine höchste Bundesliga-Niederlage und bereitete seinem zum Saisonende scheidenden Trainer Holger Stanislawski einen unwürdigen Abschied vom Millerntor. Trotz der deutlichen Niederlage ließen ihn die Fans hochleben. «Nach so einem Spiel eine Runde zu drehen, ist schwer genug, aber das war mein persönliches Dankeschön an unsere tollen Fans», kommentierte der Fußball-Lehrer.

Neben den Kölnern sind auch die Bremer und Stuttgarter aller Abstiegssorgen ledig. Werder beseitigte beim 2:0 über den vom Feiern müden Meister BVB die letzten Zweifel. Der zwischenzeitlich stark gefährdete VfB feierte nach einem 2:1 über Hannover die Rettung.