Düsseldorf (dpa) - Spotlight an für Lena! Die 19-Jährige zupft sich noch die Haare zurecht, als der gleißende Lichtkegel auf sie fällt. Dann geht es los: «Taken By A Stranger», säuselt sie beim ersten Soundcheck ins Mikrofon.

Lena ist zurück auf der Grand-Prix-Bühne. Eine Woche vor dem Finale des Eurovision Song Contests (ESC) hat für sie am Wochenende der Probenmarathon in der Düsseldorfer Arena begonnen.

Passend zu ihrem eher düsteren Mystik-Song erscheint Lena am Samstag im schwarzen Einteiler, ihre Augen sind dunkel geschminkt. Für Farbe sorgen der blau-grüne Gürtel und die gefährlich hohen Schuhe in Blau. Die Scheinwerfer am Boden der kreisrunden Bühne formen über Lena einen gigantischen Lichtdom.

Ansonsten ist die Halle, in der am nächsten Samstag 36 000 Zuschauer das ESC-Finale verfolgen werden, komplett dunkel. Bis zum letzten Zuschauerrang donnern die dumpfen Bässe der Elektropop-Nummer.

Ein herber Kontrast zu dem, was hier noch vor ein paar Minuten zu sehen war: Die britische Band Blue brannte bei ihren Proben ein Choreographie-Feuerwerk ab - und das im eigentlichen Wortsinn. Über der Bühne gingen krachend Böller los, und auch hinter den vier Bandmitgliedern schossen zischend Funken in die Höhe.

Trotzdem zählt Lena - anders als die Briten - zu den Favoriten auf die vorderen Plätze beim Song Contest. Oder vielleicht gerade wegen ihrer eher leisen Bühnenshow?

Lena jedenfalls gibt sich zufrieden. An Make-up und Outfit werde sie noch feilen, ansonsten seien die Proben gut gelaufen, sagt sie danach - und ist wieder ganz die alte freche Göre. In der Pressekonferenz nach der Probe verteilt sie erst mal Apfelkuchen. «Ich habe heute noch nicht so viel gegessen», erklärt sie und mischt sich mit einem Kuchenblech unter Fans und Journalisten.