Bern (dpa) - Aus Angst vor einer «ausweglosen Krankheit» hat sich der legendäre Lebemann, Fotograf und Kunstsammler Gunter Sachs das Leben genommen. Seine Familie bestätigte den Tod des 78-Jährigen am Sonntagabend.

In einem von ihr veröffentlichten Abschiedsbrief berichtet Sachs, er habe erkannt, dass er an der «ausweglosen Krankheit A.» leide. Er soll seinem Leben nach Informationen von «Focus online» bereits am Samstag in seinem Haus im Schweizer Prominentenort Gstaad eine Ende gesetzt haben.

Als eine der ersten hatte seine frühere Ehefrau, die französische Starschauspielerin Brigitte Bardot, von seinem Tod erfahren. Mit ihr war er drei Jahre verheiratet. Sie soll «am Boden zerstört» sein, meldete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Stiftung Bardots.

Sachs hinterlässt seine dritte Ehefrau, Mirja Larsson, ein ehemaliges schwedisches Fotomodell, mit der er über 40 Jahre verheiratet war, und drei Söhne. Er soll am Freitag im engsten Familienkreis in Gstaad bestattet werden.

Die Familie veröffentlichte den von ihm unterschriebenen Abschiedsbrief des Lebemannes und Künstlers auf dessen eigenen Wunsch. Er stelle «heute noch in keiner Weise» ein Fehlen oder einen Rückgang seines logischen Denkens fest, schrieb Sachs. Eine wachsende Vergesslichkeit, die rapide Verschlechterung seines Gedächtnisses und dem seiner Bildung entsprechenden Sprachschatzes würden aber schon jetzt zu «gelegentlichen Verzögerungen in Konversationen» führen. «Jene Bedrohung galt mir schon immer als einziges Kriterium, meinem Leben ein Ende zu setzen», erläuterte er seinen Entschluss.

Am Ende des Briefes schrieb er: «Ich danke meiner lieben Ehefrau und meiner engsten Familie sowie meinen in tiefer Freundschaft verbundenen Weggefährten, mein Leben wundervoll bereichert zu haben.» Seine Familie bat, ihre Privatsphäre zu respektieren. «Er war eine einmalige Persönlichkeit, die stets gradlinig und mit Herz für seine Familie und Freunde da gewesen ist», heißt es in ihrer Mitteilung.

Sachs wurde am 14. November 1932 auf Schloss Mainberg in Franken geboren und war der Erbe der Kugellager- und Motorenwerke Fichtel & Sachs. Sachs' Vater Willy hatte sich 1958 in seinem Jagdhaus das Leben genommen.