Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Die Münchner Olympia-Macher können aufatmen, aber nicht triumphieren. Die Mehrheit der Bürger in Garmisch-Partenkirchen sagt «Ja» zur Bewerbung um die Winterspiele 2018. Die Befürworter kamen bei ihrem Bürgerentscheid auf eine Zustimmung von 58,07 Prozent.

Die Bewerbungsgesellschaft um Chef-Repräsentantin Katarina Witt sieht sich nach diesem Resultat «gestärkt» im Endspurt bis zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 6. Juli im südafrikanischen Durban.

«Jetzt herrscht auch in Garmisch-Partenkirchen Klarheit. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen möchte Olympische und Paralympische Winterspiele 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen und am Königssee», kommentierte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Die Gegner sieht Bach «trotz der von ihnen aufgebauten Schreckensszenarien in einem demokratischen Verfahren klar gescheitert».

Der «Bürgerentscheid 2» der Olympia-Gegner verpasste knapp eine Stimmenmehrheit. 49,41 Prozent votierten hier mit ja. Damit musste die Stichfrage nicht zur Entscheidung herangezogen werden. Die Wahlbeteiligung betrug beachtliche 59,64 Prozent. 20 918 Bürger waren insgesamt stimmberechtigt.

«Ich sehe keine Möglichkeit, die Bewerbung zu stoppen», sagte der Mitinitiator des Bürgerentscheides gegen Olympia 2018, Axel Doering, am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen. Er kündigte an, die Bewerbung weiter kritisch zu begleiten. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verspricht sich von dem Votum «einen weiteren Schub» und sieht in Winterspielen 2018 «eine enorme Chance für Deutschland, sich erneut international als guter Gastgeber und als ein weltoffenes Land zu präsentieren».

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bekundete nach der langwierigen Zitterpartie beim Auszählen der 14 Abstimmungsbezirke, dass ihm «mehrere Steine vom Herzen gefallen» seien. Er appellierte an die Olympia-Gegner, nun wieder Frieden in Garmisch-Partenkirchen einkehren zu lassen: «Gute Demokraten müssen auch gute Verlierer sein», forderte Ude und war sich damit mit dem Aufsichtsratchef der Münchner Bewerbungsgesellschaft, Michael Vesper, einig. «Jetzt herrscht endlich Klarheit. Ich würde mir wünschen, dass der Riss, der in den vergangenen Monaten durch die Marktgemeinde gegangen ist, wieder zusammenwächst und auch die Gegner die Chance sehen, die in Olympia liegt», sagte Vesper der Nachrichtenagentur dpa.

Münchens Chefrepräsentantin Katarina Witt hatte von einer «sehr wichtigen Hürde» gesprochen, die 59 Tage vor dem alles entscheidenden IOC-Votum im Dreikampf mit dem südkoreanischen Pyeongchang und dem französischen Annecy «genommen» werden musste. «Das IOC schickt die Athleten nur dahin, wo sie mit offenen Armen empfangen werden», sagte die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasieger und Vorsitzende des Kuratoriums der Münchner Bewerbungsgesellschaft.