Frankfurt/Main (dpa) - Wegen anhaltender Sorgen um die Weltwirtschaft hat der Dax am Freitag den sechsten Wochenverlust in Folge hinnehmen müssen. Eine derart lange Negativserie hatte es zuletzt vor fast drei Jahren gegeben.

Der Leitindex fiel am Freitag wieder unter die zuletzt hart umkämpfte Marke von 7100 Punkten und verlor 1,25 Prozent auf 7069,90 Zähler. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Minus von 0,55 Prozent. Der MDax gab am letzten Handelstag der Woche um 0,96 Prozent nach auf 10 572,19 Punkte. Der technologielastige TecDax sank um 1,06 Prozent auf 879,67 Punkte.

Der Dax weitete am Freitagnachmittag seinen Tagesverlust noch einmal aus, nachdem die US-Börsen negativ auf enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China reagiert hatten. Dort war der Handelsüberschuss im Mai überraschend niedrig ausgefallen. Außerdem hätten die höheren Preise für US-Importe im Mai auf die Stimmung der Anleger gedrückt, sagte Andre Saenger, Marktanalyst bei IG Markets.

Einziger Gewinner im Dax waren die ThyssenKrupp-Aktien mit plus 2,54 Prozent auf 35,29 Euro. Die Stahlpreisentwicklung sollte sich verbessern und das Kapazitätswachstum seinen Höhepunkt überschritten haben, schrieben die Analysten der Citigroup in einer Branchenstudie. ThyssenKrupp könnte im dritten Geschäftsquartal positiv überraschen. Im Kielwasser schwammen Salzgitter-Titel um 0,93 Prozent nach oben.

Die Siemens-Titel sackten indes um 1,89 Prozent ab auf 89,46 Euro. Wie die «Financial Times Deutschland» aus Kreisen berichtete, wird der Elektrokonzern erneut von einem Korruptionsfall erschüttert. Zudem sollen einem anderen Zeitungsbericht zufolge die Investoren KKR und TPG nicht mehr interessiert sein an einem Mehrheitsanteil an Nokia Siemens Networks. Damit verbleibe nur noch ein Interessent, hieß es in dem Artikel. Ferner profitierten die Daimler-Titel nicht davon, dass der Autobauer seine Lastwagen-Produktion in Nordamerika ankurbelt. Die am Vortag gefragten Papiere verloren 1,78 Prozent auf 46,585 Euro.

Im MDax schnellten die Aktien von IVG Immobilien um 8,13 Prozent auf 5,679 Euro hoch. Händler verwiesen auf die Wiederaufnahme in die Indexfamilie der European Public Real Estate Association - eine Organisation, die die Interessen der großen europäischen Immobiliengesellschaften in der Öffentlichkeit vertritt.

Der EuroStoxx 50 sank um 1,64 Prozent auf 2732,54 Punkte. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es ebenfalls bergab. Auch in New York gab der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss nach.