Münster (dpa) - Seit Wochen suchen Experten in Deutschland unter Hochdruck nach der Herkunft des gefährlichen Darmkeims EHEC. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt an, dass nur bei einem Viertel aller Fälle die Quelle gefunden wird.

Darmkeimexperte Helge Karch vom Institut für Hygiene der Universität Münster gibt sich trotzdem optimistisch, dass der Ursprung der aktuellen EHEC-Epidemie geklärt werden kann.

Seit mehreren Wochen grassiert die EHEC-Epidemie. Wird die Ursache oder Quelle jemals gefunden werden?

Karch: «Ich bin Optimist, und es wird fieberhaft gesucht. Wir haben jetzt hochspezifische Tests - ich halte es für möglich, dass die Infektionsquelle noch gefunden wird, oder dass wir HUSEC041 unabhängig von der direkten Infektionsquelle in der Umwelt finden, etwa in der Erde oder in Brauchwasser.»

Gibt es da wirklich Erfolgaussichten mehrere Wochen nach dem Ausbruch?

Karch: «Der Keim ist sehr umweltresistent, nach allem was wir sehen. Er steht beispielsweise seit mehr als zwei Wochen in unserem Kühlschrank, und das macht ihm nichts aus. Gegebenenfalls wird er nicht mehr über Lebensmittel verbreitet, aber er könnte durchaus noch auf Proben zu finden sein.»

Was lehrt die Erfahrung aus vergangenen EHEC-Ausbrüchen?