Kapstadt (dpa) - Die Hierarchie im afrikanischen Fußball wird derzeit durcheinandergewirbelt. Ein Jahr nach der für Afrika enttäuschenden WM scheinen die einstigen Fußball-Großmächte Kamerun und Nigeria abzustürzen. Südafrika befindet sich dagegen im Aufwind.

Die größten Hoffnungen ruhen allerdings auf Ghana, dem einzigen Team, das bei der WM in Südafrika die Vorrunde überstanden hatte. Nun träumen nationale Funktionäre wie Kofi Amoah schon davon, 2014 in Brasilien als erste afrikanische Mannschaft Weltmeister zu werden. Aufschluss über die Kräfteverhältnisse gibt derzeit die Qualifikation für die Afrikameisterschaft 2012. Ein Überblick:

Ghana

Die gezielte Nachwuchsarbeit in Ghanas Fußball zahlt sich aus. 2009 wurde das U-20-Team als erste afrikanische Mannschaft Junioren-Weltmeister, die Spieler werden nun schrittweise ans A-Team herangeführt. Ghana, das bei der WM erst im Viertelfinale unglücklich gegen Uruguay ausgeschieden war, verbesserte sich binnen eines Jahres in der FIFA-Weltrangliste von Platz 23 auf Platz 15. Ghana hat damit Ägypten in der Kontinentalwertung an der Spitze abgelöst. Die «Black Stars» spielen eine solide Qualifikation für die Afrikameisterschaft und befinden sich mit zehn Punkten aus vier Spielen punktgleich mit Sudan an der Spitze ihrer Vorrundengruppe.

Südafrika

Seit Pitso Mosimane nach dem WM-Aus das Zepter vom Brasilianer Carlos Alberto Parreira übernahm, geht es mit «Bafana Bafana» steil bergauf: In acht Spielen gab es nur eine Niederlage. Dazu machte das Team in der FIFA-Weltrangliste einen Sprung um 28 Plätze auf Rang 38. «Wir wollen die Nummer eins des Kontinents werden und ein Nationalteam von Weltklasse-Format bilden», formuliert der Präsident des südafrikanischen Fußballverbands, Kirsten Nematandani, den nicht gerade bescheidenen Anspruch. Der Verband will sich für die Afrikameisterschaften 2012 und 2013 sowie für die WM 2014 qualifizieren. Zumindest das erste Ziel ist so gut wie erreicht: Südafrika führt seine Vorrundengruppe an.

Kamerun