München (dpa) - Burda hat die Wirtschaftskrise abgehakt und will in den kommenden Jahren weiter kräftig in digitale Geschäfte investieren. Erstmals überflügelten 2010 die Umsätze der Burda Digital GmbH die Erlöse des klassischen Verlagsgeschäfts auf dem Heimatmarkt, wie Burda in München mitteilte.

«Die Digitalisierung hat ein schnell wachsendes Medienuniversum geschaffen, in dem die Welt der Printmedien nur noch ein Planet ist», heißt es im Geschäftsbericht. Wie die Konkurrenten Axel Springer, Gruner & Jahr oder Bertelsmann setzt Burda viele Hoffnungen auf das Internet - allerdings mit Produkten neben dem klassischen Geschäft.

Denn es sind es nicht die traditionellen Inhalte, mit denen im Internet Geld verdient wird. «Zunehmend spüren wir, wie die digitale Revolution nicht nur neue netzbasierte Medienangebote hervorbringt, sondern auch die traditionellen Medien verändert», schreibt Burda-Chef Paul-Bernhard Kallen im Vorwort des Geschäftsberichts.

Mit klassischer Werbung wie im Print sei online kaum Geld zu machen. «Mit redaktionellen Geschäftsmodellen im Internet wird man wohl nicht wohlhabend, wenn man sich nur auf Anzeigenerlöse begrenzt», sagte Kallen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Freitag). Andere Einnahmequellen müsste im Netz erschlossen werden.

Und genau das versucht Burda: Zum Digitalgeschäft gehören etwa das Netzwerk Xing, unter dem Dach von Tomorrow Focus auch die Nachrichtenseite Focus Online, vor allem aber Portale wie die kostenpflichtige Partnerbörse Elite Partner, die Reiseseite Holiday Check oder das Serviceportal Finanzen100. Vor allem dort ist die Internettochter erfolgreich, wenngleich Focus Online dem Vernehmen nach zumindest die schwarze Null erreicht hat.

Insgesamt erlöste das Burda Digitalgeschäft 2010 fast 604 Millionen Euro, satte 19 Prozent mehr. Der Umsatz im deutschen Printgeschäft hingegen schrumpfte um 3,3 Prozent auf 586,6 Millionen Euro. Dennoch: das meiste Geld verdient das Medienhaus nach wie vor im heimatlichen Printgeschäft, zu dem etwa die «Bunte» oder der «Focus» gehören. «Unsere Verlage im Inland sind in absoluten Beträgen immer noch das profitabelste Geschäftsfeld», sagte Kallen der «FAZ».

Auch im Ausland legte Burda im Printgeschäft deutlich zu. Dort kletterten die Umsätze um 15,6 Prozent auf knapp 397 Millionen Euro. Insgesamt hat sich das Medienhaus nach Einbußen in der schweren Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr weiter deutlich erholt. Der Umsatz wuchs um 8,4 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro - und das soll so weiter gehen. Zum konkreten Gewinn macht Burda aber keine Angaben.