Berlin (dpa) - Die Nerven liegen blank: Vor dem dritten Duell um die deutsche Basketball-Krone zwischen Titelverteidiger Bamberg und ALBA Berlin lastet Brose-Baskets-Manager Wolfgang Heyder die jüngste 71:80-Niederlage den Schiedsrichtern an.

«Vier bis fünf krasse Fehlentscheidungen haben das Spiel eindeutig gegen uns entschieden», schimpfte er vor dem Match am Samstag in der heimischen Stechert Arena und klagte: «Die Spieler sollten die Meisterschaft entscheiden, nicht die Referees.»

Für Brisanz ist also gesorgt, auch weil sich ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi seinerseits nach Berlins Auftaktniederlage in Bamberg über die Unparteiischen beschwert hatte. Damals ging es auf dem Parkett hart zur Sache, und auch verbal teilten die Spieler aus. In der hitzigen Atmosphäre der «Frankenhölle» ist für Spiel drei Ähnliches zu erwarten. Für die Brose Baskets soll auf dem Weg zur Titelverteidigung nun der 26. Heimsieg nacheinander her, ALBA will hingegen die imposante Serie des Meisters brechen. Seit mehr als einem Jahr gewann kein deutsches Team mehr in Bamberg.

Berlins Spielmacher Taylor Rochestie bleibt davon unbeeindruckt. «Wir sollten relaxen, die Ruhe bewahren und nicht daran denken, wie schwer es ist, dort zu gewinnen», forderte der US-Amerikaner. Die Körbe und die Seitenlinien seien die gleichen wie in jeder anderen Arena. «Wenn wir unser Spiel durchbringen, haben wir sehr gute Chancen, dort zu gewinnen», meinte er und appellierte: «Wir sollten nach unserem Ausgleich die Situation genießen.»

Für den achtmaligen Champion stellt sich nach dem 1:1-Ausgleich in der Finalserie «best of five» eine neue Aufgabe. «Wir haben gezeigt, dass wir Bamberg besiegen können. Doch das reicht jetzt nicht mehr aus. Wir müssen jetzt die Serie gewinnen», betonte Rochestie. Für Coach Muli Katzurin hat jedoch auch der einzelne Erfolg große psychologische Bedeutung für den weiteren Verlauf der Serie. «Wir haben nicht nur uns, sondern auch Bamberg von unserer Stärke überzeugt», befand der Israeli.

Bei den Oberfranken droht erneut der fast unverzichtbare Spielgestalter John Goldsberry wegen seiner Bänderdehnung auszufallen. «Er wird Tag und Nacht behandelt, um die Schwellung wegzubekommen. Ich bin derzeit nicht optimistisch, dass wir ihn noch einmal sehen», sagte Heyder. Trainer Chris Fleming war nach dem Spiel in der Hauptstadt noch von einer schnellen Genesung ausgegangen.