Berlin/Hamburg (dpa) - Das juristische Nachspiel für die Hamburger Gesundheitsbehörde wegen der EHEC-Gurkenwarnung hat begonnen. Als Vertreter des spanischen Obst- und Gemüsehändlers Frunet reichte die Kanzlei Lindenpartners beim Verwaltungsgericht der Hansestadt Eilantrag auf Akteneinsicht ein.

Diese hatte die Behörde bis zuletzt verweigert, teilte Rechtsanwältin Sabine Pellens am Freitag der Nachrichtenagentur dpa mit. Am Ende könnte es um Schadenersatz in Millionenhöhe gehen.

Frunet ist ein großer Öko-Produzent und Händler in der Provinz Málaga. Nachdem die Hamburger Gesundheitsbehörde über EHEC-Funde auf spanischen Gurken informiert hatte, sei das Geschäft eingebrochen.

Nach Angaben der Anwältin soll mit Hilfe der Akten unter anderem der Verdacht bewiesen werden, dass die Gesundheitsbehörde vor der Pressekonferenz die gesetzliche Sorgfaltspflicht vernachlässigt hat und vorgeschriebene Gegenproben nicht entnommen wurden.

Auf den Gurken wurden zwar EHEC-Bakterien nachgewiesen. Diese waren aber von einem anderen Typ als der grassierende Erreger, wie Wissenschaftler später feststellten.

Sollten sich die Vermutungen erhärten, droht nach einem entsprechenden Feststellungsantrag eine Klage auf Schadenersatz in Millionenhöhe. Der Frunet-Jahresumsatz beträgt laut Pellens rund 15 Millionen Euro. Die Firma beschäftige etwa 120 Mitarbeiter.

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