Charlotte (dpa) - Die positiven Dopingproben von fünf mexikanischen Fußball-Nationalspielern überschatten den Gold Cup um die Meisterschaft des nord- und mittelamerikanischen Verbandes CONCACAF.

Weil sie positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet wurden, mussten Torwart Guillermo Ochoa, Francisco Javier Rodríguez vom PSV Eindhoven, Edgar Dueñas, Antonio Naelson und Christian Bermúdez in den USA ihre Koffer packen und in die Heimat zurückkehren. Der Test war bereits am 21. Mai vorgenommen worden, die Ergebnisse wurden aber erst am Mittwoch bekannt.

Auch ohne das Quintett gewann Mexiko sein zweites Vorrundenspiel am Donnerstag in Charlotte 5:0 (1:0) gegen Kuba, nachdem es zum Auftakt ebenfalls ein 5:0 über El Salvador gegeben hatte. Dort hatten Ochoa und Rodríguez gespielt.

CONCACAF-Sprecher Ben Spencer erklärte, die Mexikaner würden die drei Punkte aus der ersten Partie nicht verlieren. Über sonstige Konsequenzen und die Frage, ob die fünf Spieler ersetzt werden dürfen, wollte der Verband laut Spencer in einer Telefonkonferenz an diesem Freitag entscheiden. El Salvadors Coach Ricardo La Volpe, von 2002 bis 2006 mexikanischer Nationaltrainer, will die CONCACAF-Entscheidung abwarten und sich erst dann äußern.

Die Mexikaner sind in der Gruppe A derzeit klarer Spitzenreiter vor Costa Rica, das nach dem 5:0 über Kuba erst in letzter Minute ein 1:1 (0:1) gegen El Salvador schaffte.

Auch die Disziplinarkommission des mexikanischen Fußballverbandes (Femexfut) werde sich nun mit dem Fall befassen, teilte dessen Generalsekretär Decio de María Serrano mit. Es werde vermutet, dass die Betroffenen Clenbuterol-verseuchtes Fleisch gegessen hätten. «So lange es keine definitive Resolution gibt, sind diese Spieler suspendiert», fügte er hinzu.

«Die Substanz, auf die sie getestet wurden, ist in Mexiko illegal. Wir haben keinem der Spieler diese Art Medikament gegeben. Leider ist es in Mexiko sehr verbreitet», betonte Mannschaftsarzt Jose Luis Serrano. Teamchef Hector Gonzalez Inarritu kündigte an, die Spieler und Regierungsvertreter würden zu weiteren Tests nach Los Angeles fliegen. Daheim versuche das Landwirtschaftsministerium, bei der Aufklärung zu helfen.