London (dpa) - Auch an seinem 90. Geburstag hat Prinz Philip seinem Ruf alle Ehre gemacht und Sinn für derben Humor bewiesen.

Der Ehemann von Queen Elizabeth II. bekam beim Empfang einer wohltätigen Organisation, die sich für Gehörlose einsetzt, einen Gehörschutz geschenkt. Er sollte ihm zeigen, wie es sich mit eingeschränktem Hörvermögen lebt. Der Prinz fragte jedoch in die Runde, ob man damit Radio hören könne: «Kann man darauf das dritte Programm empfangen?»

Der Empfang war eine von mehreren Verpflichtungen, die der 90-Jährige an seinem Ehrentag wahrnahm. Er wollte ausdrücklich keine Feierlichkeiten, sondern einen Arbeitstag wie jeden anderen. Offiziell feiert er seinen Geburtstag am Sonntag mit einem Gottesdienst nach.

Philip ist seit fast 60 Jahren als Ehemann der Queen in der Öffentlichkeit. Bei offiziellen Anlässen muss er stets drei Schritte hinter seiner Frau gehen.

Die Queen schenkte ihrem Mann, der offiziell als Herzog von Edinburgh auftritt, einen neuen Titel. Philip darf sich ab sofort Lord High Admiral nennen. Historisch war dies der Oberbefehlshaber über die britische Marine.

Beobachter sehen darin einen späten Dank der Queen an ihren Mann, der seine hoffnungsvolle Karriere als Marineoffizier in jungen Jahren für sie zurückstellte. Den Titel, ohne praktische Bedeutung, hielt bisher die Queen selbst.

In einem BBC-Interview zu seinem 90. Geburtstag sagte Philip, er werde seine öffentlichen Verpflichtungen jetzt etwas zurückfahren, und mehr das Leben genießen, «bevor das Verfallsdatum abläuft». Er könne sich nicht mehr so gut Namen und andere Dinge merken.