Dallas (dpa) - Die Party geht weiter, die Parade folgt am Donnerstag. Dirk Nowitzki kommt mit seinen Dallas Mavericks aus dem Feiern nicht mehr heraus. Sein Dank gilt vor allem Clubbesitzer Mark Cuban. Der Milliardär lässt sich den Triumph einiges kosten - und hütet die Trophäe.

Sie feiern viel, schlafen wenig und sind im Moment die glücklichste Profi-Mannschaft Nordamerikas. Cuban ließ spontan 100 Flaschen Champagner springen und nahm den Pokal mit ins Bett, sein deutscher Basketball-Superstar Nowitzki wurde mit «MVP, MVP»-Rufen frenetisch empfangen. Das Feier-Highlight steht dem frischgebackenen NBA-Meister aber erst noch bevor: Am 16. Juni werden die Mavericks bei einer großen Parade durch Dallas ziehen.

Und mittendrin Nowitzki. «Ich habe ihn nie infrage gestellt», betonte Cuban nach der langen Wartezeit auf den Titel. Nowitzki spielte den Ball prompt zurück. «Mark hat immer zu mir gehalten, ist mit mir durch dick und dünn gegangen. Er hat die richtigen Spieler geholt, immer versucht, Geld auszugeben und den Verein besser zu machen. Mark ist der Beste», betonte er.

Cuban ist in diesen Tagen noch spendabler als sonst. Als Nowitzki und seine siegestrunkenen Mitspieler bei der Party im Nachtclub «LIV» am South Beach von Miami auf der Bühne grölten, orderte Cuban spontan 100 Flaschen Schampus. Im Flieger hütete der Milliardär die Larry O'Brien-Trophy auf dem Sitz neben sich.

Doch damit nicht genug: «Es klingt komisch, aber ich liege im Bett. Und neben mir die Trophäe», twitterte der steinreiche Cuban, der als erster die Maschine aus Miami vor Nowitzki verlassen hatte. Als der Deutsche die Gangway herunterging und strahlend die Bill-Russell-Trophäe als wertvollster Spieler der Finalserie in der Hand hielt, empfingen die Fans den «Most Valuable Player» mit «MVP, MVP»-Rufen.

Und während die Fans der Mavericks sich schon einmal in Vorfreude auf den großen Umzug am Donnerstag üben durften, wurde die Leidensfähigkeit der Heat-Anhänger noch einmal auf die Probe gestellt. Im «Miami Herald» prangte eine fast einseitige Anzeige einer Warenhauskette für den vermeintlichen NBA-Meister. In dicken Lettern stand dort: «Gratulation Miami!». Die Werbung sei für den Fall des Titelgewinns der Heat produziert und versehentlich gedruckt worden, teilte die Zeitung mit. Man entschuldigte sich inzwischen bei den Lesern und der Warenhauskette.

Auf den Titelseiten zahlreicher Tageszeitungen war aber Nowitzki nach der Krönung seiner Karriere nach 13 Jahren und 1117 NBA-Spielen. Endlich hat der Würzburger den Club der titellosen Topstars um Charles Barkley, Patrick Ewing oder auch Karl Malone verlassen. «Dirk Nowitzki, Jason Kidd und Jason Terry sind jetzt Männer geworden. Für den Rest ihres Lebens werden sie World Champions sein - sie haben es sich so verdient», meinte Dallas-Trainer Rick Carlisle.