Benoni (dpa) - Die halbe Welt wird zuschauen, wenn Anfang Juli aus Charlene Wittstock (33) die neue Fürstin von Monaco wird. In Benoni, ihrem südafrikanischen Heimatort, wird der gesellschaftliche Aufstieg der ehemaligen südafrikanischen Weltklasseschwimmerin ganz entspannt verfolgt.

«Wir haben bisher noch nichts geplant, um den großen Tag zu feiern», sagt Penny Peck. Sie gehört zum alteingesessenen Establishment der 600 000 Einwohner starken Vorstadt von Johannesburg und verfolgt die Hochzeitsvorbereitungen mit Interesse.

Charlene Wittstock hat hier nach dem Umzug ihrer Familie aus dem heutigen Simbabwe ihre Jugend verbracht. Vater Michael ist überzeugt, dass Benoni eine Art Monopol für Schlagzeilen machende Blondinen hält: «Charlize Theron wohnte hier früher eine Straße weiter», sagte er örtlichen Medien mit Blick auf die ebenfalls dort aufgewachsene deutschstämmige Hollywood-Schönheit.

Auch in Wittstocks Lieblingskneipe «The Grid and Grill» ist von royaler Aufregung noch nichts zu spüren. Nach Feierabend in seinem Kopiererladen komme «Mike» häufig auf einen Drink vorbei, kolportiert der Kellner. Rugby und Cricket prägen hier den Gesprächsstoff, Eisbein und Sauerkraut die Speisekarte - auch die Wittstocks haben deutsche Vorfahren.

Benoni, das sind viele Dämme und Teiche, ein Konferenzzentrum, das Lakeside-Einkaufszentrum in Form eines Mississippi-Raddampfers. Die Strassen heißen noch in alter Buren-Tradition Voortrekker Road, eine der Siedlungen Bavarian Mews (Bayrische Stallungen). «Charlenes Eltern leben in Rynefield», sagt Redford Muir, der mit Charlene-Bruder Gareth die Schulbank teilte. Es ist ein nettes Viertel mit großen Grundstücken und schicken Häusern.

«Mike gilt als bodenständiger Rugby-Fan mit ausgeprägtem Sinn für Humor, dem der Medienrummel bisher nicht zu Kopf gestiegen ist«, meint Brian, der am Tresen gerade sein Feierabend-Bier genießt. Genüsslich wird die Reaktion von Charlenes Vater auf den Anruf von Albert II. zitiert, als der um die Hand der Tochter bat: «Ich habe ihm nur gesagt: Na klar, wird höchste Zeit!»

Vor seiner Abreise an die Cote d'Azur hat Michael Wittstock der örtlichen Sonntagszeitung «Sunday Times» noch gesteckt, wie er seine eigene Zukunft sieht: «Wir haben darüber gesprochen, in Monaco zu leben, aber ich bin nun mal ein echter südafrikanischer Jung'...»