Tokio (dpa) - Die Reparaturtrupps in der Atomruine Fukushima stehen vor einem wichtigen Etappenschritt zur Bewältigung der Katastrophe. Dabei geht es um das Problem des verstrahlten Wassers.

Eine Anlage zur Dekontaminierung der Brühe solle möglichst an diesem Freitag in Betrieb genommen werden, teilte der Betreiberkonzern Tepco am Dienstag mit. Bei einem Testdurchlauf mit schwach verseuchtem Wasser sei erfolgreich der Cäsium-Gehalt auf das gewünschte Niveau reduziert worden, gab die japanische Atomaufsicht bekannt.

Unterdessen brachte die Regierung in Tokio ein Gesetz auf den Weg, das bei der Entschädigung der Opfer der Katastrophe helfen soll. Das Gesetz sieht nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo die Schaffung eines Fonds vor, der Tepco bei den horrenden Entschädigungszahlungen unterstützt. Das Atomkraftwerk in Fukushima war durch ein Erdbeben und einen Tsunami am 11. März stark beschädigt worden. Zahlreiche Menschen in der Region mussten ihre Häuser verlassen, auch viele Bauern verloren ihr Einkommen.

In den Fonds sollen neben der Regierung auch andere Energieversorger Geld einzahlen. Tepco kündigte an, mit Hilfe des Fonds Entschädigungen «fair und prompt» zu zahlen. Der Konzern hoffe, dass das Gesetz dafür möglichst schnell beschlossen werde.

Nach Einschätzung von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) gibt es auf japanischer Seite Interesse an deutschem Wissen über erneuerbare Energien. Zwar halte Japan an der Atomenergie fest, sei aber an Deutschlands Erfahrungen mit der Energiewende interessiert, sagte Kauder am Dienstag bei einem Besuch in der vom Erdbeben und Tsunami stark betroffenen Stadt Sendai.

«Die Provinzregierung setzt dabei besonders auf die Sonnenenergie und wirbt um Engagement aus Deutschland», sagte Kauder. Er ist der erste deutsche Politiker in Japan, der eine vom Tsunami betroffene Region besuchte. Bei seinen Gesprächen sei ihm versichert worden, dass trotz des Reaktorunfalls japanische Lebensmittel nicht belastet seien. «Ich habe deutlich gemacht, dass in der Frage der Strahlenbelastung volle Transparenz herrschen muss», sagte Kauder.

Der CDU-Politiker besuchte in Sendai auch eine Notunterkunft. Er zeigte sich «beeindruckt, was alles gemacht wird, um die Menschen, die ihre Häuser verloren haben, unterzubringen». Ihm sei bei seinem Besuch erklärt worden, dass der Wiederaufbau noch fünf bis zehn Jahre dauern werde. «Das ist eine gewaltige Herausforderung.»