Frankfurt/Main (dpa) - Die aufgeschobene Lösung für Griechenland hat den deutschen Aktienmarkt am Montag belastet. Der Dax konnte seine frühen Verluste jedoch deutlich reduzieren, nachdem sich die EU-Finanzminister auf einen neuen Krisenfonds einigen konnten.

Der Dax schloss am Ende um 0,19 Prozent tiefer bei 7150,21 Punkten, war zuvor aber schon bis auf 7064 Punkte gefallen. Der MDax sank um 0,64 Prozent auf 10 462,61 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,71 Prozent auf 864,36 Punkte nach unten.

Anleger zeigten sich enttäuscht davon, dass die Griechenland-Beratungen der Finanzminister der Eurozone am Wochenende ohne konkreten Lösungsvorschlag beendet worden waren. Bis weit in die Nacht dauernde Krisenberatungen der Ressortchefs hatten lediglich ergeben, dass es endgültige Entscheidungen frühestens Anfang Juli geben wird. Allerdings fassten Anleger im Tagesverlauf etwas Mut, nachdem sich die Finanzminister der 27 EU-Staaten auf eine dauerhafte Einrichtung des Rettungsfonds ESM geeinigt und wie geplant den derzeitigen Euro-Rettungsschirm EFSF aufgestockt hatten.

Finanz- und Versicherungswerte zählten angesichts der fortwährenden Griechenlandkrise zu den Verlierern im Dax. Aktien der Commerzbank büßten 1,18 Prozent auf 3,027 Euro ein, Allianz gaben um 0,36 Prozent auf 93,35 Euro nach und Papiere der Deutschen Bank schlossen auf Augenhöhe mit dem Markt um 0,21 Prozent tiefer bei 40,24 Euro. «Wenn sich die EU, der IWF und die EZB nicht mit den Griechen auf gemeinsame Maßnahmen einigen können, wird dies katastrophale Folgen für den Bankensektor haben», folgerte Marktstratege David Buik von IG Markets.

Schwach zeigten sich auch die Versorgeraktien. RWE büßten 1,56 Prozent auf 37,325 Euro ein und Eon verloren 1,01 Prozent auf 19,06 Euro. Die großen Stromkonzerne in Deutschland bereiten laut «Spiegel» Verfassungsklagen gegen die Bundesregierung vor. Auch europaweit waren die Branchenwerte besonders stark unter Druck. Hinzu kommt laut Händlern als Belastung die schlechte Charttechnik.

Bester Dax-Wert waren die Volkswagen-Papiere mit plus 1,30 Prozent auf 132,00 Euro. Laut Händlern wirkte eine Meldung vom Freitag positiv nach, wonach der Wolfsburger Autobauer auch im dritten Quartal in seinem Stammwerk zusätzliche Schichten fahren wird, um der großen Nachfrage gerecht zu werden. Entsprechend hatte sich Betriebsratschef Bernd Osterloh in der «Braunschweiger Zeitung» geäußert.

Die Papiere von Drillisch schnellten an der TecDax-Spitze um 5,55 Prozent auf 7,82 Euro hoch und die Freenet-Aktien verbesserten sich um 1,62 Prozent. Freenet-Großaktionär Drillisch hatte seinen Anteil an dem Mobilfunkprovider auf mehr als 20 Prozent aufgestockt. Zuvor hatte die «Financial Times Deutschland» bereits berichtet, dass Drillisch fast vier Jahre nach dem gescheiterten ersten Versuch einer kompletten Übernahme nun einen erneuten Anlauf versuche.