Luxemburg/Athen (dpa) - Athen bekommt erst dann frisches Geld überwiesen, wenn die Regierung mehr spart. So lautet die Bedingung der EU-Finanzminister. Das Risiko einer griechischen Staatspleite steigt. Aber Europa bietet auch etwas zur Beruhigung der Märkte.

Ohne ein neues Sparpaket werde Athen kein neues Geld bekommen, machten die Euro-Finanzminister am Montag in Luxemburg nach zweitägigen Krisenberatungen deutlich. «Dem griechischen Parlament muss klar sein, dass dies unabdingbar ist», sagte der Vorsitzende der Ministerrunde, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker. Die Athener Volksvertretung muss neue Sparmaßnahmen und die Privatisierung von Staatsbesitz bis Ende des Monats billigen. Zugleich stockt die EU ihren Krisenfonds EFSF für Wackelkandidaten auf.

Die Euro-Kassenhüter vertagten in der Nacht die Entscheidung über die Auszahlung von Krediten aus dem alten Hilfsprogramm auf Anfang Juli. Falls die 12 Milliarden Euro nicht im Juli fließen, ist Athen direkt pleite. Auf diese Verschiebung reagierten die Börsen in Europa mit Kursverlusten, der Euro rutschte kurzzeitig ab.

Trotz der Verzögerung sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Luxemburg: «Wir lassen ja Griechenland nicht warten, Griechenland muss selber die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die nächste Tranche, so wie es vereinbart ist, ausgezahlt werden kann.» Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou machte bei einem Treffen mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Brüssel diese Zusage: «Wir sind entschlossen - als Land und als Regierung - unser Programm voranzubringen und das Nötige zu tun, um unser Land in eine bessere wirtschaftlich Position zu bringen.» Er sei zuversichtlich, dass das Parlament die Sparbeschlüsse bewillige.

Europa setzt zugleich mitten in der gefährlichen Schuldenkrise ein Zeichen der Stärke. Die EU stockt - wie schon länger geplant - ihren Krisenfonds EFSF auf. Die Garantien der Eurostaaten steigen von 440 Milliarden auf 780 Milliarden Euro.

Deutschlands Beitrag zur Euro-Rettung - er ist der größte überhaupt - wird dadurch nach Schäubles Worten steigen. «Der deutsche Anteil an dem Garantierahmen insgesamt erhöht sich dann von jetzt 123 auf 211 Milliarden Euro», sagte der CDU-Politiker. Zugleich betonte der Minister, dass diese Summe nicht automatisch den Steuerzahler belaste. «Das ist ein Garantierahmen, und nicht in Anspruch genommene Haushaltsmittel.»

Durch diesen Schritt kann der Fonds statt bislang 250 rund 440 Milliarden Euro an Krediten ausleihen. Die EU-Kassenhüter einigten sich auch endgültig darauf, von 2013 an einen ständigen Hilfsfonds für Krisenländer einzurichten.