Berlin (dpa) - Ungebetene Partygäste gibt es nicht erst seit Facebook. Durch die große Reichweite Sozialer Netzwerke können heute aber weitaus mehr Menschen auf eine Feier aufmerksam werden als früher.

Auch die Initiatoren eines öffentlichen Straßenfests in Wuppertal am Wochenende wollten möglichst viele Partywillige über das Online-Netzwerk mobilisieren. Allerdings mischten sich auch streitsüchtige Hooligans unter die Feiernden. Die Polizei nahm 41 Randalierer fest.

Der Fall zeigt ein grundlegendes Problem: Früher wurden für Partys Flyer (Flugbätter) gedruckt und ausgelegt, heute reicht das Erstellen einer öffentlichen Veranstaltung auf Facebook aus, um zigtausende Menschen überall in Deutschland auf eine Feier hinzuweisen.

Das macht es ungebetenen Gästen leicht. Außerdem muss derjenige, der den Partytermin auf Facebook publik macht, nicht unbedingt der Veranstalter sein. Überschaubare öffentliche Veranstaltungen werden auf diese Weise schnell zu Massenevents, die leicht aus dem Ruder laufen und Krawallmacher anlocken.

Facebook-Nutzer haben zwar auch die Möglichkeit, rein private Feiern über das Netzwerk zu organisieren. Allerdings entscheidet das Setzen eines einfachen Häkchens darüber, ob nur die eigenen Freunde oder alle Mitglieder des Netzwerks die Einladung sehen können.

Großes Aufsehen erregte im Juni die 16-jährige Thessa aus Hamburg. Sie markierte ihre Geburtstagsfeier nicht als private Party - jedes Facebook-Mitglied konnte so auf die Einladung aufmerksam werden. Am Ende kamen rund 1600 unbekannte Gäste und die Polizei.