Europäer verlangen Sparbeschlüsse des Athener Parlaments

Luxemburg/Athen (dpa) - Ohne ein neues Sparpaket bekommt das Pleite-bedrohte Griechenland kein frisches Geld. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte am Montag am Rande eines Treffens der Euro-Finanzminister, das Parlament in Athen müsse entsprechende Anstrengungen und die Privatisierung von Staatsbesitz bis Ende des Monats billigen. «Wenn das gemacht ist, kann die Auszahlung (der neuen Kredittranche) pünktlich erfolgen, und Griechenland wird nicht zahlungsunfähig werden.» Auf dem Krisentreffen fiel kein Beschluss zu den akut benötigten Milliardenzahlungen. Die europäischen Börsen reagierten mit Kursverlusten. Der Euro rutschte kurzzeitig ab. Die Minister hatten sich in der Nacht darauf verständigt, bei einem neuen Hilfsprogramm für Athen Banken und Versicherungen mit ins Boot zu nehmen - sie sollen sich auf freiwilliger Basis an den Kosten beteiligen.

EU einigt sich auf neuen Krisenfonds

Luxemburg (dpa) - Nach monatelangen Debatten hat sich die EU auf einen neuen Krisenfonds für marode Euroländer geeinigt. Der Rettungsfonds ESM soll 2013 dauerhaft eingerichtet werden und eine Kapitalbasis von 700 Milliarden Euro haben, um Schuldensünder vor der Pleite zu retten. Das beschlossen die Finanzminister der 27 EU-Staaten am Montag in Luxemburg. Zugleich entschieden sie, wie geplant den derzeit laufenden Euro-Rettungsschirm EFSF auf 440 Milliarden Euro aufzustocken. Bei dem neuen Fonds, der den bisher laufenden Euro-Rettungsschirm EFSF 2013 ablöst, springt Deutschland nicht mehr nur als Bürge ein, sondern muss richtig Geld einzahlen. Berlin steuert knapp 22 Milliarden Euro Bareinlagen bei und rund 168 Milliarden Euro an Garantien.

Bundesbank: Wirtschaft drosselt Wachstumstempo

Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem rasanten Wachstum zum Jahresbeginn hat die deutsche Wirtschaft im Frühjahr eine langsamere Gangart eingeschlagen. Zwar stuften die Unternehmen die wirtschaftliche Lage nach wie vor als außerordentlich gut ein, schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem am Montag in Frankfurt vorgelegten Monatsbericht. Die Rekordzuversicht aus den Wintermonaten konnte sich aber nicht halten. Dennoch sieht die Notenbank Deutschland vor einem langanhaltenden Aufschwung. Die Bundesbank sagt für Deutschland eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 3,1 Prozent in diesem Jahr voraus. 2012 dürfte sich das Wachstum zwar verlangsamen, aber mit 1,8 Prozent deutlich über den langjährigen Erwartungen bleiben. Allerdings könnte ein Griechenland-Schock die eigentlich robuste Konjunktur jederzeit bremsen.

Unternehmen machen Krise wett - VW umsatzstärkster Konzern