Hannover/Berlin (dpa) - In seiner ersten Trauerrede für gefallene Soldaten hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) Entschlossenheit im Kampf gegen die Taliban in Afghanistan demonstriert. «Terroristen dürfen nie das letzte Wort haben», sagte der CDU-Politiker am Freitag in Hannover.

Zusammen mit 450 Angehörigen, Kameraden, und Freunden erwies er drei Soldaten die letzte Ehre, die bei einer beispiellosen Anschlagsserie gegen die Bundeswehr mit drei Attacken in neun Tagen getötet wurden.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) lehnten einen Kurswechsel in der Afghanistan-Politik ab. Dennoch wurden Zweifel an Taktik und Ausrüstung laut. Der Bundeswehrverband forderte, das Vorgehen am Hindukusch grundsätzlich zu überprüfen.

«Was in der vergangenen Woche in Afghanistan geschehen ist, trifft uns tief ins Herz», sagte de Maizière bei der Trauerfeier in der Epiphaniaskirche in Hannover. Den Aufständischen dürfe es nicht gelingen, Vertrauen zwischen der internationalen Schutztruppe und den afghanischen Verbündeten zu zerstören. «Vertrauen kann und darf nicht erfolgreich weggesprengt werden.»

Der Minister forderte mehr Aufmerksamkeit für den Einsatz der Soldaten. Zweifel an der Mission seien zwar notwendig. Sie müssten aber überwunden werden, wenn man vom Ziel insgesamt überzeugt sei. «Und das sind wir.» Den Angehörigen der drei getöteten Soldaten sprach de Maizière die «tief empfundene Anteilnahme» der Bundesregierung und der Bevölkerung aus.

Am 25. Juni war ein 33-jähriger Hauptmann aus dem hessischen Stadtallendorf bei einer Sprengstoffattacke auf eine Patrouille nahe des Bundeswehrlagers in Kundus ums Leben gekommen.

Drei Tage später wurden ein 31 Jahre alter Hauptfeldwebel aus Hannover und ein 43-jähriger Major aus Kastellaun in Rheinland-Pfalz bei einem Anschlag auf den Gouverneurssitz in Talokan getötet. Dabei wurde auch erstmals ein Kommandeur der internationalen Schutztruppe Isaf, Bundeswehrgeneral Markus Kneip, verletzt. Kneip, der im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz behandelt wird, wollte eigentlich an der Trauerfeier teilnehmen. Seine Verletzungen wurden aber als zu schwer eingestuft.