Paris (dpa) - Li Na gegen Francesca Schiavone - auf dieses Damen-Endspiel der French Open hatten nur wenige getippt. Für die Chinesin ist es die zweite Finalteilnahme nach den Australian Open. Die Italienerin will den Titel im Duell der Oldies verteidigen.

Der Ehemann und das Geld - mit selbstironischen und weltoffenen Antworten zu ihren Lieblingsthemen sorgt Chinas Tennis-Star Li Na auch bei den French Open immer wieder für großes Gelächter. Egal, was man sie fragt, man bekommt meist eine lustige Antwort von der Asiatin, die am Samstag in Paris gegen die italienische Titelverteidigerin Francesca Schiavone ihren ersten Grand-Slam-Titel holen will.

Schon auf dem Weg ins Australian-Open-Endspiel hatte Li Na im Januar Fans und Journalisten bestens unterhalten. Daran knüpfte sie in Paris an. Wie sie das Achtelfinale gegen die Tschechin Petra Kvitova noch gedreht habe, wurde die 29-Jährige gefragt. «Mein Ehemann ist aus dem Stadion geflohen, danach lief es.» Was sie am Tennis-Zirkus ändern würde? «Höhere Preisgelder einführen.»

In ihrer Heimat ist die Aufsteigerin der Saison längst ein Superstar. «Schwester Li schreibt wieder einmal Geschichte», kommentierte die populäre Tageszeitung «Beijing News» am Freitag den Finaleinzug auf der roten Asche von Paris.

In der «China Daily Newspaper» schaffte es die 1,73 Meter große Chinesin sogar mit einem stattlichen Foto auf die Titelseite, und das staatliche Fernsehen warf am Donnerstag extra die geplante Volleyball-Übertragung aus dem Programm, um ihr Halbfinale gegen die Russin Maria Scharapowa zu zeigen.

«Ich hoffe, dass meine Erfolge in China etwas bewegen und noch mehr Kinder Tennis spielen», sagte Li Na, die ab Montag erstmals in ihrer Karriere unter den Top Fünf der Welt stehen wird. Als erste Chinesin erreichte sie unweit des Eiffelturms das Endspiel. «Das ist immer so, weil noch nicht viele chinesische Tennisspielerinnen vor mir da waren», kommentiert sie die Vergleiche stets mit einem Lachen.

Doch in den vergangenen Wochen und Monaten schien für die meist lustige Chinesin nicht immer die Sonne. Nach ihrem Triumphzug von Melbourne, wo sie erst im Finale an der Belgierin Kim Clijsters scheiterte, fiel Li Na in ein tiefes Loch. Viermal nacheinander flog sie in der ersten Runde raus, es war Zeit für Veränderungen.