Stockholm (dpa) - Die angeblichen Rotlicht-Aktivitäten von Schwedens König Carl XVI. Gustaf (65) haben das Vertrauen der Schweden in ihre Monarchie bisher wenig erschüttert.

Wie die Zeitung «Svenska Dagbladet» am Freitag berichtete, sprachen sich bei einer Umfrage des Sifo-Institutes 72 Prozent für die Beibehaltung des Königshauses aus. 20 waren für die Abschaffung und 8 Prozent unentschieden. An der Studie nahmen 1500 Befragte teil.

Das sei weiter in etwa der seit den 70er Jahren konstante Grad an Unterstützung für das Königshaus, meinte Sifo-Sprecher Toivo Sjörén. Allerdings schlug das Meinungsbarometer mit einem Minus von vier Prozentpunkten auf 68 Prozent für die Monarchie bei den 500 Befragten um, die kurz nach einem viel beachteten Interview des Königs antworteten. Die anderen hatten kurz davor geantwortet.

In dem Interview hatte der Ehemann von Königin Silvia (67) die Vorwürfe wegen angeblicher Besuche in Stripbars und Kontakten mit Kriminellen aus dem Rotlicht-Milieu zurückgewiesen. Seine Aussagen wurden in der Öffentlichkeit allerdings durchweg als wenig überzeugend eingestuft.

Im Anschluss veröffentlichten Stockholmer Medien Mitschnitte von Zeugenaussagen zu einem Stripbar-Besuch 1996 in Atlanta, den der 65-Jährige ebenfalls ausdrücklich bestritten hatte. Und die Ex-Popsängerin von der Gruppe Army of Lovers, Camilla Henemark (46) will in einem Buch ihre - längst beendete - angebliche Liaison mit dem König im Detail beschreiben.

Auf Carl Gustaf könnte noch Unangenehmeres zukommen: Der Stockholmer Ex-Nachtclubbetreiber Mille Markovic kündigte die baldige Veröffentlichung von verfänglichen Bildern mit dem König an, die es nach Aussage des Königs «nicht geben kann». «Aftonbladet» verlangte jetzt erstmals Konsequenzen: «Der König sollte einsehen, dass es Zeit für die Abdankung ist. Aus Respekt vor dem Volk.»

Schwedische Beobachter sind sich einig, dass Carl Gustaf sich durch seine ausdrücklichen und detaillierten Dementis in eine schwierige Lage gebracht hat. Sollten «harte» Beweise für die Rotlicht-Vorwürfe kommen, gilt die Abdankung zugunsten von Kronprinzessin Victoria (33) als unausweichlich.