Lausanne (dpa) - Asafa Powell lief eine Weltjahresbestzeit über 100 Meter, Blanka Vlasic verpasste den 100. Zwei-Meter-Sprung ihrer Karriere: Beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in Lausanne stahl der ehemalige Weltrekordhalter aus Jamaika der Hochspringerin überraschend die Show.

Powell verbesserte die beste Sprint-Zeit des Jahres auf starke 9,78 Sekunden, als er am Donnerstag vor seinem Landsmann Michael Frater (9,88) sowie Europameister Christophe Lemaitre ins Ziel lief. Der Franzose stellte in diesem schnellen Rennen immerhin seine persönliche Bestzeit (9,95) ein.

«Das Wetter war nicht perfekt, es war ein bisschen kalt. Dafür war es ein gutes Rennen und eine wirklich gute Zeit», meinte Powell. Erst am Wochenende hatte er auch die jamaikanischen Meisterschaften gewonnen. «Mein Ziel ist es nun, noch schneller zu laufen», sagte der 28-Jährige mit Blick auf die WM Ende August in Daegu. Dann ist aber auch wieder Usain Bolt am Start. Der Weltmeister und Olympiasieger fehlte in Lausanne genauso wie Tyson Gay. Der verletzte Amerikaner hatte die Jahresbestenliste bis Donnerstag angeführt (9,79).

Für die zweite Weltjahresbestleistung des Abends sorgte der Franzose Teddy Tamgho im Dreisprung. Der 22-Jährige blieb mit 17,91 Metern nur einen Zentimeter unter seinem Hallen-Weltrekord.

Mit einer Enttäuschung endete das Meeting dagegen für Vlasic. Statt als zweite Hochspringerin nach Stefka Kostadinowa (Bulgarien) die Zwei-Meter-Marke zum 100. Mal zu meistern, wurde die Weltmeisterin aus Kroatien mit 1,90 Metern nur Sechste. Es siegte die Russin Anna Tschitscherowa, die fünf Zentimeter höher sprang.

Aus deutscher Sicht stand erneut der spannende Zweikampf der Stabhochspringer Malte Mohr und Renaud Lavillenie im Mittelpunkt. Der Europameister aus Frankreich siegte mit 5,83 Metern vor dem Münchener (5,73). «Mit dem Ergebnis kann ich zufrieden sein», meinte Mohr. «In der Diamond League sollte man sich bei so einer Höhe nicht beschweren. Ich bin schlecht in den Wettkampf reingekommen und hatte gar nicht mehr gedacht, dass es für mich noch so hoch hinausgeht.»

In der Gesamtwertung liegen Mohr und Lavillenie nach vier von sieben Wettbewerben gemeinsam vorn. Der Franzose hat zwei Springen gewonnen, Mohr eines. Raphael Holzdeppe (5,53) belegte am Donnerstag den vierten Platz, Fabian Schulze (5,43) sprang auf Rang fünf.