Berlin (dpa) - Mit einer Übergangslösung sichern die gesetzlichen Krankenkassen die Versorgung der bis zu 49 000 verbliebenen Versicherten der Pleitekasse City BKK bis Ende September.

Unmittelbar vor der endgültigen Schließung der bankrotten Versicherung an diesem Donnerstag rief der Kassen-Spitzenverband alle Betroffenen zugleich dazu auf, schnell eine neue Kasse zu suchen. «Jeder sollte (...) sein Wahlrecht nutzen», sagte die Verbandschefin Doris Pfeiffer am Mittwoch in Berlin.

Die City BKK wird zum 1. Juli geschlossen. Für alle, die noch keine neue Kasse haben, zahlt die City BKK in Abwicklung bis spätestens 30. September als Nachfolgeorganisation zunächst die Rechnungen. «Damit ist organisiert, dass für die Versicherten (...) alle Rechnungen beim Zahnarzt, im Krankenhaus, beim Psychotherapeuten bezahlt werden», sagte Pfeiffer.

Ein Millionen-Darlehen des Kassenverbands sichert die Finanzierung. Am Ende muss die neue Kasse der Betroffenen die Rechnungen begleichen. Auch wenn diese Versicherungen erst später ins Spiel kommen, müssen sie die City-BKK-Mitglieder doch rückwirkend zum 1. Juli aufnehmen.

Noch bis zum 14. Juli haben Versicherte Zeit, eine neue Kasse aus freien Stücken zu wählen. Andernfalls suchen Arbeitgeber, Bundesagentur für Arbeit oder Rentenversicherer die neue Kasse aus.

Die nun beschlossene Brückenlösung hatte umfangreiche Verhandlungen mit den Organisationen von Ärzten, Kliniken und Apotheken nötig gemacht. Die Verbände informieren die einzelnen Ärzte, Krankenhäuser und Apotheker, so dass die City-BKK-Versicherten nicht doch Privatrechnungen ausgestellt bekommen. «Diese Lücke zu schließen, war unsere Aufgabe, die zwar bisher gesetzlich nicht geregelt war, aber wir haben die Notwendigkeit gesehen, schnell und unbürokratisch zu handeln», sagte Pfeiffer.

Von der Koalition forderte die Kassenverbandschefin Änderungen für künftige Fälle von Kassenpleiten. So sollten Versicherte einer Pleitekasse schon vor der Schließung eine neue Kasse suchen müssen, so dass Übergangslösungen künftig unnötig werden.