Frankfurt/Main (dpa) - Bei ihrer alljährlichen Tagung am Wochenende im Schwarzwald werden die deutschen Spitzen-Schiedsrichter vor allem an ihrer Körpersprache arbeiten. Den Vorwurf der Arroganz wollen sich die Referees der 1. und 2. Fußball-Bundesliga nicht mehr machen lassen.

Boss Herbert Fandel verlangt «eine noch professionellere Außenwirkung». Vor allem WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark war in der vergangenen Saison mehrfach arrogantes Verhalten vorgeworfen worden. Im Januar hatten die Bundesliga-Profis den Ergoldinger zum schlechtesten Unparteiischen der Hinrunde gewählt, in der Rückrunde steigerte sich der 31-Jährige aber und durfte auch das DFB-Pokalfinale zwischen Schalke 04 und dem MSV Duisburg (5:0) pfeifen.

Stark und auch Peter Gagelmann (Bremen), so Fandel, «haben die Kurve gekriegt» - was die Körpersprache angeht. «Wer zu gestenreich agiert, kann an Wirkung verlieren», erklärte der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission im Deutschen Fußball-Bund (DFB). Beim Wochenendlehrgang in Altensteig-Wart wird das Gremium deshalb einige Szenen aus der abgelaufenen Saison heraussuchen, einen Verhaltenskodex will Fandel aber nicht aufstellen. «Es gibt keine Schablone», sagte der frühere FIFA-Referee aus Kyllburg.

Auf der Tagesordnung stehen auch Schulungen zur Zusammenarbeit zwischen den Schiedsrichtern und ihren Assistenten, speziell der Umgang mit dem Headset, das die Spielleiter seit drei Jahren benutzen. Zudem die Dauerbrenner Abseits und passives Handspiel - und die üblichen Leistungstests.

Die einzige Schiedsrichterin im deutschen Profifußball wird in Altensteig fehlen: Bibiana Steinhaus (Hannover) pfeift bei der Frauen-WM. Aus dem Elitekreis stieg Marc Seemann (Essen) nach einer langen Verletzungspause in die 2. Liga ab, so dass nur 21 statt bisher 22 Unparteiische die Erstliga-Partien pfeifen werden. Aus dem Unterhaus hat sich laut DFB niemand für die Bundesliga abgeboten, möglicherweise rückt aber in der Winterpause ein Unparteiischer nach, so DFB-Abteilungsleiter Lutz Michael Fröhlich.

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