London (dpa) - Bundesliga-Profi Tranquillo Barnetta hat den Schweizer Fußballern im Kampf um ein EM-Ticket einen letzten Hoffnungsfunken erhalten.

Dank der zwei Tore des Leverkuseners beim 2:2 (2:1) in England, wo die Eidgenossen seit 107 Jahren nie gewinnen konnten, holte die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld einen nicht eingeplanten Punkt. Da auch die von Lothar Matthäus trainierten Bulgaren beim 1:1 (0:0) in Montenegro einen Zähler mitnahmen, könnte der Kampf in der Gruppe G durchaus noch einmal spannend werden.

Während Hitzfeld beim Remis «spielerische Fortschritte» sah, machte Englands Coach Fabio Capello «die fehlende Energie» für den verpassten Heimsieg verantwortlich. Vor den letzten drei Spielen führen die Engländer die Tabelle mit 11 Zählern vor den weiterhin punktgleichen Montenegrinern an. Die Schweiz bleibt Dritter vor Bulgarien (beide 5) und Wales (0).

Gegen am Ende müde Engländer zogen sich die Schweizer vor 88 000 Zuschauern im ausverkauften Wembley-Stadion achtbar aus der Affäre. Mit einem Doppelschlag innerhalb von drei Minuten hatte Barnetta (32./35.) die Eidgenossen sogar in Führung gebracht. Frank Lampard (37./Foulstrafstoß) und Ashley Young (51.) sicherten den Gastgebern einen Punkt. Der eingewechselte Schweizer Admir Mehmedi verzog in der Nachspielzeit nur um Zentimeter.

In Podgorica ging das Überraschungsteam aus Montenegro durch Radomir Djalovic in der 53. Minute in Führung. Drei Punkte und die Tabellenführung lagen in der Luft - doch dann kassierten die Gastgeber ihr erstes Gegentor nach 741 Pflichtspielminuten: Iwelin Popow glich für die Matthäus-Mannschaft zum 1:1-Endstand aus (66.).

In der Gruppe B marschieren Russland und die Slowakei weiter im Gleichschritt an der Spitze. Die Russen gewannen gegen Armenien 3:1 (1:1); die Slowaken mühten sich zu einem mageren 1:0 (0:0) gegen den weiter punktlosen Fußballzwerg Andorra. Erst nach 63 Minuten glückte Miroslav Karhan der einzige und erlösende Treffer.