Sheffield (dpa) - Deutschlands Florettdamen scheiterten im Halbfinale an fast übermächtigen Italienerinnen, holten aber immerhin EM-Bronze. Das Herrendegenteam erlebte nach Rang drei 2010 eine frühe Pleite und beendete das Europa-Championat von Sheffield auf Platz fünf.

«Rubbel die Katz' - wir fegen euch vom Platz» - das Leitmotiv von Carolin Golubytskyi wirkte zu spät: Die nationale Titelträgerin und ihre drei Mitstreiterinnen gewannen am vorletzten EM-Tag das Gefecht um Rang drei gegen Ungarn mit 45:38 Treffern und verbesserten die Medaillenbilanz auf einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze.

«Klasse» - dieses Lob von Sportdirektor Manfred Kaspar galt am Montag den Florettdamen, die schon mit dem 36:32 im Viertelfinale gegen Frankreich einen direkten Konkurrenten im Kampf um das Olympia-Ticket auf Distanz hielten und gegen Ungarn nachlegten. Der Weltmeister und mit 45:43 gegen lange führende Russinnen erneut erfolgreiche Titelverteidiger Italien war unter den Top 4 allerdings eine Nummer zu groß. «Die sind fast unbezwingbar», sagte Kaspar im Anschluss an das 24:45 gegen das Quartett um «Grande Dame» Valentina Vezzali, die gegen Russland den goldenen Treffer setzte.

Bei der Pleite gegen die Italienerinnen war Katja Wächter am Montag im fast leeren Fechtsaal des English Institute of Sport der Verzweiflung nahe. 0:5 lautete die Bilanz der Olympia-Achten im vierten Halbfinal-Teilgefecht gegen Welt- und Europameisterin Elisa di Francisca. Danach stand es in der Gesamtwertung 3:20 - die Niederlage des deutschen Quartetts in der Neuauflage des Gold-Duells von Leipzig war ebenso unausweichlich wie die nahezu zeitgleiche Pleite der deutschen Herren mit dem Degen.

Dem Team um Einzel-Europameister Jörg Fiedler blieb nach dem 36:45 im Viertelfinale gegen Russland im Schlussklassement nach dem dritten Platz 2010 in Leipzig diesmal nur Rang fünf. «Wir dachten, dass wir die Russen schlagen können. Aber sie haben uns wirklich früh die Butter vom Brot genommen», sagte der konsternierte Fiedler, der «kollektive Enttäuschung» festhielt. In der Platzierungsrunde schlugen Fiedler, die Tauberbischofsheimer Sven Schmid und Martin Schmitt und EM-Neuling Stephan Rein aus Heidenheim Estland (45:33) und die Schweiz (45:43).

Um die Gesamtausbeute von 2010 (1-2-3) noch zu überbieten, müssten die Degendamen mit Olympiasiegerin Britta Heidemann und die Säbelherren mit dem früheren Weltmeister Nicolas Limbach am Dienstag noch einmal heftig attackieren. «Wir wollen um eine Medaille fechten», kündigte Limbach an. Vor zwölf Monaten war es Bronze. Die entthronte Einzel-Europameisterin Imke Duplitzer hat nach Rang vier 2010 diesmal den Podestplatz im Visier: «Alles andere wäre eine Pleite.»