Brüssel (dpa) - Kontogebühren sollen in der Europäischen Union transparenter werden. «Wir wollen, dass Verbraucher Gebühren klar erkennen und vergleichen können», sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier in Brüssel.

Bereits im August hatte Barnier europäische Banken aufgefordert, bis zu diesem Juli freiwillig einen entsprechenden Verhaltenskodex auszuarbeiten. «Ich bin enttäuscht über die Reaktion der Banken», teilte er nun mit. Der Kommissar verlängerte die Frist für die Geldinstitute um zwei Monate und drohte mit verbindlichen Gesetzen, wenn bis dahin nicht gehandelt werde. «Mitte September sehen wir uns wieder.»

Brüssel fordert, dass Verbraucher auf ihrem Kontoausdruck genau erkennen können, wie viel sie für welche Dienstleistungen zahlen. Es müsse einheitliche Bezeichnungen für Leistungen und Produkte geben. Auch fordert Barnier eine Übersicht über Kontogebühren, mit der Verbraucher Institute besser vergleichen können. Er rügte Banken für mangelnde Transparenz in diesem Punkt. «Verstehen Sie genau, was von ihrem Konto abgehoben wird, und warum?», fragte er vor Journalisten.

In Europa müsse es «vergleichbare Beträge für vergleichbare Dienstleistungen» geben. Heute gingen die Kosten in den verschiedenen EU-Ländern erheblich auseinander: Während Verbraucher in Italien im Schnitt 253 Euro für ein Konto zahlen, kostet ein vergleichbares Angebot in Bulgarien nur 27 Euro.