London (dpa) - Verglichen mit dem royalen Pomp der Familien Windsor und Grimaldi war es so eine Art Anti-Hochzeit: Topmodel Kate Moss wählte für ihre Trauung eine malerische Dorfkirche statt einer pompösen Kathedrale, für den Empfang danach stellte die 37-Jährige Zelte auf, statt in einen Palast zu laden.

Und der 42 Jahre alte Bräutigam Jamie Hince, Gitarrist der Rockgruppe The Kills, trat nach der Trauung vor laufenden Kameras erst einmal eine Zigarettenkippe aus. Dann machte er ein Handzeichen, das auch als «Satansgruß» bekannt ist.

Das war's dann aber auch mit der Rebellion: Das Brautkleid, nach Angaben der «Vogue» von Kates Freund, dem umstrittenen Designer John Galliano entworfen, war für viele Beobachter überraschend klassisch: elfenbeinfarben, mit Schleier und reichhaltig bestickt.

Jamie Hince trat in einem eng anliegenden, blau-grauen Zweireiher vor den Traualter, den Stefano Pilati aus dem Hause Yves Saint Laurent (YSL) geschneidert haben soll. Auch das Kleid seiner Trauzeugin Alison Mosshart soll ein YSL-Stück gewesen sein.

Ebenfalls Zeichen dafür, dass das Paar irgendwie zum Establishment gehört: Es gab 15 Brautjungfern, darunter Moss' Töchterchen Lila Grace (8), und man rollte mit einem Rolls-Royce zur Kirche.

Im Dörfchen Southrop, in dem die Trauungskirche steht, und in Kates Heimatdorf Little Faringdon herrschte am Wochenende Ausnahmezustand. Viele Straßen waren gesperrt, Medienleute und Schaulustige drängelten sich, um einen Blick auf das Promi-Paar zu erhaschen. Polizei und private Sicherheitsleute versuchten, genau das zu verhindern.

Viele Anwohner fanden das alles gar nicht lustig. «Warum kann sie nicht woanders heiraten?», fragte Judy Millard, eine Frau, die fast ein halbes Jahrhundert im Postkarten-Dörfchen Southrop wohnt, in der Zeitung «The Guardian».