München (dpa) - Mit einem Dank an die Kinogänger hat sich Andreas Ströhl als Leiter des Filmfestes München verabschiedet.

«Das Publikum hat mir den Rücken gestärkt», sagte er am Samstag zum Abschluss des Festivals. Anders dagegen viele Reaktionen in der Filmbranche: «Die weitgehende Abschaffung von Glamour und die Akzentsetzung auf Arthouse-Filme und auf Filmkunst - da wurde wirklich mit dem Untergang des Festivals gedroht!» Doch das habe sich nicht erfüllt: Stattdessen kämen heute viel mehr Leute als früher, erklärte Ströhl.

Ströhl wechselt in Kürze ans Goethe-Institut als Leiter der Abteilung Kultur und Information. «Für mich waren diese acht Jahre eine sehr schöne Zeit», resümierte der begeisterte Cineast. Seine Nachfolgerin Diana Iljine beginnt am 1. August. Sie wird neben dem Internationalen Festival der Filmhochschulen im November auch das 30. Filmfest München vorbereiten (29. Juni bis 7. Juli 2012).

In diesem Jahr hatte das Festival 70 000 Tickets verkauft, 4000 mehr als im Jahr zuvor. Dies sei das zweitbeste Ergebnis der Geschichte, sagte Ströhl. Am letzten Tag wurden auch noch mehrere Preise vergeben, darunter der Publikumspreis des Kinderfilmfestes an «Die Zauberer» aus den Niederlanden von Joram Lürsen. Der One Future Preis der Interfilm Akademie München ging an das Drama «Cairo Exit» von Hesham Issawis.

Seit der Eröffnung am 24. Juni waren bis Samstag mehr als 230 Filme zu sehen. Zu den Höhepunkten gehörten die Besuche berühmter Filmemacher wie dem Produzenten Roger Corman, dem Schauspieler John Malkovich («Being John Malkovich») oder dem Independent-Regisseur Tom DiCillo («The Doors - When you're strange»), der an einem Abend sogar Musik für die Filmfestbesucher aufgelegt hatte. Charlotte Rampling stellte ihren autobiographischen Film «The Look» von Angelina Maccarone vor. Auch der koreanische Filmemacher Kim Ki Duk und der georgische Regisseur Otar Iosseliani waren nach München gereist. Iosseliani und Malkovich waren für ihr Lebenswerk geehrt worden.

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