Nürburgring (dpa) - Volle Attacke: Fernando Alonso hat die bedingungslose Jagd auf Formel-1-Spitzenreiter Sebastian Vettel angekündigt. «Für uns gibt es wenig zu verlieren», sagte der Ferrari-Pilot und Silverstone-Sieger vor dem Vettel-Heimrennen auf dem Nürburgring.

Ob in der Qualifikation oder im Rennen - Alonso will auf volles Risiko setzen, um in den verbleibenden zehn Saisonrennen den Riesenrückstand von 92 Punkten auf den Titelverteidiger im Red Bull wettzumachen. «Wenn ich die WM anführen würde, würde ich vorsichtiger fahren», sagte der Spanier im Revier des deutschen Weltmeisters.

Dabei haben Vettel und auch sein zweitplatzierter Teamkollege Mark Webber den wiedererstarkten Titelträger von 2005 und 2006 ohnehin auf der Rechnung. «Fernando ist ein weiser, alter Fuchs und er wird definitiv eine Kraft sein in den kommenden beiden Rennen», prophezeite Webber in seiner Kolumne für den britischen Sender BBC.

Der Stachel der Niederlage vor rund zwei Wochen in Großbritannien sitzt noch tief. «Unabhängig davon, wie gut es für meinen Teamkollegen Sebastian Vettel in der Fahrer- und Red Bull in der Konstrukteurswertung aussieht, magst du es nicht, wenn du geschlagen wirst», betonte Webber, der mit 80 Punkten Rückstand Vettel in der WM-Wertung noch am nächsten ist.

Doch letztlich heißt es: Alle auf einen. «Ich hoffe, dass wir Sebastian ein paar Punkte abnehmen können», sagte Jenson Button. Der Weltmeister von 2009 hat ebenso wie sein Teamkollege Lewis Hamilton 95 Zähler weniger als Dominator Vettel. «Wir denken von Rennen zu Rennen», betonte Button im Motorhome seines Arbeitgebers. Button (Kanada), Alonso (Großbritannien) und Hamilton (China) waren bislang die einzigen, die den sechsmaligen Sieger Vettel in dieser Saison schlagen konnten. Jedes Mal schaffte es der Heppenheimer aber auf den zweiten Rang.

Auf dem Nürburgring will er wieder ganz oben stehen. Ein Heimsieg wäre «ein Highlight» - der fehlt dem 24-Jährigen nämlich noch in seiner bereits großen Erfolgssammlung von 16-Grand-Prix-Siegen. Allerdings wagte auch der Hesse keine richtige Prognose für das Rennen auf dem Ring.

«Es ist schwer zu sagen, wer der Stärkste ist», sagte Vettel bei der offiziellen Pressekonferenz, bei der alle sechs deutschen Piloten Rede und Antwort standen, während draußen das typische Eifel-Wetter mit strömendem Regen einen Vorgeschmack auf die drohenden Wetterkapriolen machte. «Das Wetter wird wieder ein Thema sein, das wird interessant», prophezeite Nürburgring-Rekordgewinner Michael Schumacher. «Du weißt nie, ob es regnet, die Sonne scheint, hagelt oder schneit. Oder alles vier zusammen», schrieb Webber.